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Im Jahr 1984 begann der Diplomatensohn Jens Söring ein Studium an der Universität von Virginia und verliebte sich dort in die kanadische Studentin Elizabeth Haysom. Im März 1985 wurden die Elter Haysoms ermordet und der Verdacht fiel auf Söring, der fluchtartig die USA verließ. In London wurde das Paar wegen Scheckbetrugs verhaftet und gestand zunächst den Doppelmord, Söring zog sein Geständnis aber kurz darauf wieder zurück. Nach ihrer Auslieferung in die USA beschuldigte Haysom Söring und gestand ihre Anstiftung zum Mord. Haysom wurde zu 90 Jahren Haft verurteilt. In einem von Fehlern durchsetzten Prozess, der kaum etwas mit einer fairen Verhandlung zu tun hatte, wurde Söring zu zweimal lebenslänglicher Haft verurteilt. Im Laufe der folgenden 33 Jahre tauchten immer mehr entlastende Beweise auf, immer mehr Experten waren von seiner Unschuld überzeugt, trotzdem wurden Bewährungsanträge und Gnadengesuche regelmäßig abgelehnt. Im Dezember 2019 wurde er auf Bewährung entlassen und nach Deutschland abgeschoben. Sein neues Buch „Rückkehr ins Leben“ erzählt von seinem ersten Jahr in Freiheit nach 33 Jahren Haft. Das Buch ist bei C. Bertelsmann erschienen.

Drei Jahrzehnte saß Jens Söring unter härtesten Bedingungen in US-Haft, verurteilt für den Mord an den Eltern seiner Freundin. Bis heute gibt es Zweifel an seiner Schuld. Er war 19, als er ins Gefängnis kam, fast sein gesamtes erwachsenes Leben hat er hinter Gittern verbracht. Was er dort erlebt und überlebt hat, prägt Jens Söring für immer. Nachdem er am 17. Dezember 2019 auf Bewährung freigelassen wird, kehrt er im Alter von 53 Jahren nach Deutschland zurück. Eindringlich schildert Söring in seinem Buch sein erstes Jahr in Freiheit, in dem er alltägliche und für uns selbstverständliche Erfahrungen zum ersten Mal macht, aber auch immer wieder von seinen Erinnerungen ans Gefängnis eingeholt wird. Wie schafft es ein Mensch, all das zu verarbeiten? Die aufwühlende Geschichte eines Mannes, der mit seiner Vergangenheit leben und sich eine Zukunft aufbauen muss.

Die Geschichte um Jens Söring ist kaum zu glauben, aber dennoch wahr. In diesem Buch beschreibt der Mann, für dessen Freilassung sich selbst der ehemalige Strafverteidiger und Bestsellerautor John Grisham einsetzte, sein erstes Jahr in Freiheit, geprägt von Erinnerungen an eine Jahrzehnte lange Haft unter harten Bedingungen. Das ist spannend, bewegend und macht wütend auf das amerikanische Justizsystem. Tolles Buch, das ich gern weiterempfehle.

Hardcover / C. Bertelsmann / 304 Seiten / € 20.-