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Professor Mag. Dr. Dr. h.c. Günther E. Thüry lehrt an der Abteilung Alte Geschichte am Fachbereich Altertumswissenschaften der Universität Salzburg. Er studierte Ur- und Frühgeschichte, Latein und Altgriechisch an der Universität Tübingen und der Universität Basel. Seit 2000 hat der Ausstellungen in Österreich, Deutschland und Ungarn konzipiert und organisiert. Seine Publikationen reichen vom Schulbuch über populärwissenschaftliche Schriften bis zu fachwissenschaftlichen Artikeln. Im Archäologiepark Carnutum hat er zwei Gärten rekonstruiert. Im Jahr 2007 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Basel. In seinem neuen Buch „Römer, Mythen, Vorurteile“ geht er Vorurteilen auf den Grund, die zum Teil Jahrhunderte überdauert haben und teilweise noch heute als Fakten wahrgenommen werden. Das Buch ist bei WBG Philipp von Zabern erschienen.

Vorurteile, sagt schon der römische Autor Publilius Syrus, sind eine schlimme Sache. Ihnen fehlt das Urteil. Wie wahr! Und schlimm ist auch, dass sie dennoch mit wirklichen, seriösen Urteilen verwechselt werden. Das geschieht sogar in der Wissenschaft, die doch auf das Gewinnen richtiger Urteile angewiesen ist. Zu den Aufgaben eines Wissenschaftlers muss daher gehören, dass er Vorurteile bekämpft und zu bekämpfen hilft, die sein eigenes Fachgebiet betreffen. Das ist allerdings nicht leicht. Vorurteile haben ein zähes Leben. Am wohlsten scheinen sie sich dann zu fühlen, wenn sie sich sogar schon im Allgemeinwissen eingenistet haben. Ob sie daraus je wieder zu entfernen sind, lässt sich nur feststellen, indem man es versucht. Der Kampf gegen Vorurteile und der Versuch, sie aus dem allgemeinen Bildungsbestand zu entfernen, gilt in diesem Buch historischen Vorstellungen, die sich mit dem alten Rom verbinden.

Mit dem Buch „Römer, Mythen, Vorurteile“ startet Günther Thüry einen Versuch, mit Vorurteilen bezüglich des alten Roms auszuräumen. Denn im Laufe der Jahrhunderte haben sich diese im Allgemeinwissen verankert und werden noch heute als reale Ereignisse verstanden. Das Buch betrifft das alte Rom im Speziellen, lässt sich aber auch auf alle anderen Mythen und Vorurteile anwenden, denn die haben sich ja in vielen Bereichen breitgemacht. Und schaut man in die sozialem Netzwerke, was Leute so alles für bare Münze nehmen und einfach weiterverbreiten, wundert einen ohnehin nichts mehr, was dieses Buch um so wichtiger macht. Kann ich nur weiterempfehlen.

Hardcover / WBG Philipp von Zabern / 112 Seiten / 58 Abb. / € 32.-