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Sir Richard Evans gilt als der britische Fachmann, wenn es um moderne deutsche und europäische Geschichte geht. Er ist nicht nur Professor an der renommierten Universität Cambridge, sondern leitet auch das Wolfson College. Er wurde mit dem Wolfson Literary Award for History ausgezeichnet. In seinem neuen Werk „Rituale der Vergeltung“ geht es um die Todesstrafa in Deutschland im Laufe der Jahrhunderte, genauer von 1532 bis 1987. Das Buch ist im WBG Verlag erschienen.

Nie hat ein Staat mehr Gewalt über seine Bürger als in der Justitia: Die Todesstrafe ist ein Thema von außergewöhnlicher moralischer und politischer Bedeutung. Dabei ging es in der Geschichte stets um mehr als die Suche nach einer angemessenen Strafe, einer Sühne oder Vergeltung für ein Verbrechen. Eine Hinrichtung war immer auch ein Ritual mit gesellschaftlichem Symbolcharakter.
Wie sich Diskurs, Recht und Kultur in Bezug auf die Todesstrafe in Deutschland veränderten, zeigt Sir Richard J. Evans, Professor an der Universität Cambridge, in seiner monumentalen Studie.

„Rituale der Vergeltung“ ist wahrlich keine leichte Lektüre, und damit spiele ich nicht auf den Umfang von rund 1300 Seiten an, sondern auf den Inhalt. Richard Evand schildert hier die Entwicklung der Todesstrafe in Deutschland, welche Bedeutung sie als Abschreckung bei der Bevölkerung hat, welche Taten die Höchststrafe nach sich zogen und wie sich die Arten der Hinrichtung im Laufe der Geschichte verändert haben. Auch das Rechtsverständnis der verschiedenen Epochen kommt nicht zu kurz. Dazu wirft der Autor einen genaueren Blick auf die Biografien von Scharfrichtern. Wer sich für die Rechtsgeschichte in Deutschland im Laufe der Jahrhunderte interessiert, kommt an diesem epochalen Werk nicht vorbei. Und immerhin ist es nun beinahe 40 Jahre her, dass der letzte Mensch in Deutschland hingerichtet wurde, rechtswidrig in der DDR.

Hardcover / WBG Verlag / 1312 Seiten / € 80.-