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Anne Freytag studierte zunächst International Management und arbeitete dann als Grafikdesignerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Für ihre Bücher wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, so etwa mit dem Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur. Mit „Reality Show“ hat sie einen neuen Thriller abgeliefert, der bei DTV erschienen ist.

Heiligabend: Die einflussreichsten Personen Deutschlands werden in ihren Häusern eingesperrt – und ihre Geiselnahmen live übertragen. Der Showmaster tritt vor die Kamera und erklärt die Spielregeln: »Zwar wählen die Menschen ihre Regierung, die Macht liegt jedoch längst nicht mehr beim Volk. Heute präsentieren wir Ihnen diejenigen, die wirklich entscheiden, wer zum Gewinner und wer zum Verlierer des Systems wird. Und glauben Sie mir, jeder von ihnen hat mindestens eine Leiche im Keller.« Nun haben die Zuschauer die Wahl, wer mit einem blauen Auge davonkommt und wer bluten muss. Während die Menschen wie gebannt vor ihren Bildschirmen sitzen, wird eine Frage immer lauter: Wer sind die Drahtzieher hinter der Reality Show?

„Reality Show“ ist ein äußerst gesellschaftskritischer Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln weiß. Eine Gruppe nimmt an Heiligabend mehrere einflussreiche Persönlichkeiten als Geisel, um sie anzuklagen, als Liveübertragung. Die Zuschauer sollen das Urteil fällen, denn jede der Geiseln hat es mehr oder weniger verdient. Dabei wird die Frage gestellt, gilt Gerechtigkeit nur für den einfachen Bürger oder auch für die oberen Zehntausend? Die Geschichte spricht viele aktuelle Themen an und regt zum Nachdenken und Diskutieren an. Es ist der erste Roman, den ich von Anne Freytag gelesen habe, aber ihr Stil gefällt mir sehr und es fällt wirklich schwer, das Buch vor dem Ende beiseite zu legen. Großartig.

Paperback / DTV / 464 Seiten / € 16,95