Nextgengamersnet
Games,  Movies and more


Gérard Coulon  ist ein französischer Althistoriker und Archäologe, Gründer und erster Kurator des Argentomagus-Museums in Saint-Marcel. Von 1990 bis 1999 war er der Hauptkurator der französischen Denkmalpflegeämter. Jean-Claude Golvin interessiert sich seit seiner Kindheit für Zeichnungen und Geschichte sowie die antiken Stätten seiner Heimat Tunesien. Heute ist der Architekt und Archäologe der führende Experte in Rekonstruktionszeichnungen antiker Stadtansichten, die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ausgeführt werden. Golvin war Forscher am Centre National de la Recherche Scientifique und leitete das Französich-Ägyptische Forschungszentrum für Tempel in Karnak. Gemeinsam haben die beiden das Buch „Häfen für die Ewigkeit verfasst2, das sich um die Häfen des Römischen Reiches dreht. Erschienen ist das Buch bei WBG Philipp von Zabern.

Auf dem neuesten Stand der Forschung und bis ins Detail rekonstruieren Gérard Coulon und Jean-Claude Golvin die Hafenarchitektur und Meerestechnik der Römer und veranschaulichen die Fülle der Probleme, die die antiken Ingenieure zu lösen hatten. War ein geeigneter Standort gefunden, galt es, ihn mit Wellenbrechern und Kaimauern vor der Urgewalt des Meeres zu schützen. Es wurden Piere, Seebrücken und Docks angelegt, Lagerhäuser und Leuchttürme, Werften und Bootsrampen errichtet. Erst eine geniale Innovation der Römer machte diesen extensiven Hafenausbau möglich: unter Wasser aushärtender, extrem beständiger Meeresbeton.

Die zahlreichen Abbildungen machen die einzelnen Arbeitsschritte und den gewaltigen Umfang dieser Bautätigkeit am Meeresufer greifbar. Basierend auf antiken Quellen und den aktuellen Erkenntnissen der archäologischen Forschung zeichnen die Autoren ein faszinierendes Bild der technischen Errungenschaften der Römer, die die Herrschaft über das riesige Imperium erst möglich machten.

Bereits ein Jahrhundert vor Christus ist es den römischen Konstrukteuren gelungen, einen Beton zu erfinden, der unter Wasser aushärtet und beständig ist, die Voraussetzung für riesige Häfen, die für Handel und auch Truppen benötigt wurden und im ganzen Reich entstanden. Aber wie genau wurde so ein gigantischen Projekt in dieser Zeit überhaupt realisiert? Das zeigt eindrucksvoll das Buch „Häfen für die Ewigkeit“. Anhand brillanter Zeichnungen wird hier klar, wie so ein Mammutprojekt gestemmt werden konnte und welcher Aufwand dafür nötig war, von der ersten Planung bis zur Fertigstellung. Das ist hochinteressant, und erstaunlich, wenn man liest, wie auftretende Probleme gekonnt gelöst wurden. Ein großartiges Buch, das ich gern weiterempfehle und das hoffentlich bald unter vielen Weihnachtsbäumen liegen wird.

Hardcover / WBG Philipp von Zabern / 224 Seiten / 110 Illustrationen / € 50.-