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Anika Beer ist Neurobiologin und Schriftstellerin. Doch wer jetzt denkt, dass sie wissenschaftliche Fachartikel und -Bücher schreibt, ist auf dem Holzweg, denn ihre Bücher lassen sich zumeist dem Fantasy-Genre zuordnen. Beer stammt aus Oerlinghausen und jobbte als Kindermädchen in Spanien, bevor sie ihr Studium begann. Bis 2010 arbeitet sie in ihrem Fachbereich an der Universität Bielefeld, dann machte sie sich als Schriftstellerin selbständig. Ihr neuer Roman „Euphoria City“ ist bei cbj erschienen.

Nora verbringt so viel Zeit in Euphoria wie nur möglich. Vor ein paar Jahren ist sie zum ersten Mal eingetaucht in die Welt zwischen Realität und Traum: ein Spiel, in dem alles möglich ist. Doch so golden die Welt dort glänzt, so gefährlich ist das Spiel. Seit sie ihren Bruder dadurch verloren hat, sucht Nora einen Weg, Euphoria abzuschalten. Ein rätselhafter Hinweis führt sie zu Sami, einem schmächtigen Jungen, der so gar nichts von lebensgefährlichen Abenteuern hält. Und Nora ist nicht die Einzige, die ihn entdeckt hat …

„Euphoria City“ ist ein beeindruckendes Buch, das einerseits die durchaus reale Möglichkeit schildert, sich in einem Spiel zu verlieren (Second Life oder auch World of Warcraft wären hier treffende Beispiele), zum anderen den Wunsch vieler Heranwachsender, einfach jemand anderer zu sein, thematisiert. Und es kommt zum Schluss, dass man als Mensch gut ist, genau so, wie man eben ist. Bis es soweit ist, fesselt die düstere Geschichte und lässt den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr los. Ein großartiges Buch, das mir, obwohl ich in meinem Alter nicht mehr wirkluch zur Zielgruppe gehöre, prima gefallen hat. Sicher auch eine nette Geschenkidee.

Taschenbuch / cbj / 544 Seiten / € 10.-