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Dan Diner lehrt Moderne Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Von 1999 bis 2014 war er zudem Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Zudem hat der international anerkannte Historiker schon einige Bücher verfasst. Sein neuestes Werk „Ein anderer Krieg“ bezieht sich auf die Geschehnisse in und um dem Jüdischen Palästina in der Zeit vom 1935 bis 1942. Erschienen ist das Buch bei DVA.

Dieses Buch erzählt die Anatomie des Zweiten Weltkrieges aus einer ungewohnten Perspektive: Im Zentrum des Geschehens steht das jüdische Palästina, gelegen am Schnittpunkt der europäisch-kontinentalen und außereuropäisch-kolonialen Wahrnehmung. Die Kernzeit dieser raumgeschichtlich angelegten Erzählung liegt zwischen dem Abessinien-Krieg 1935 und den Schlachten von El Alamein und Stalingrad 1942. Die Verschränkung zweier, für sich jeweils anderer Kriege - dem Zweiten Weltkrieg und dem Kampf um Palästina - konstruiert das eigentliche Drama der Erzählung und durchzieht als roter Faden das Buch. Es entsteht ein dichtes Gewebe von Ereignisfacetten, das im global geschilderten Großereignis des Zweiten Weltkrieges durch eine besondere Sicht bislang wenig beachtete Konturen hervortreten lässt.

Ich habe schon unzählige Bücher über die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg gelesen, fast immer erzählte sie die Ereignisse aus der Sicht Amerikas, Japans, Deutschlands oder der Sowjetunion. Dabei blieb immer eine Region unerwähnt, die von Jüdisch Palästina. Das Buch „Ein anderer Krieg“ schildert, was damals passiert ist, quasi ein Krieg, der im Zweiten Weltkrieg stattgefunden hat und schließlich zur Gründung Israels 1948 führte. Das ist hochinteressant, weil es geschichtliche Fakten schildert, die hier bislang weitestgehend unbekannt waren. Jedem, der an der Geschichte des vergangenen Jahrhunderts interessiert ist, möchte ich dieses Buch gern ans Herz legen, es lohnt sich.

Hardvover / DVA / 352 Seiten / € 34.-