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Jill Lepore ist eine amerikanische Historikerin, Essayistin und Hochschullehrerin an der Harvard University. Sie befasst sich mit amerikanischer Geschichte. In ihrem Buch „The Secret History of Wonder Woman“, das 2014 veröffentlicht wurde, verknüpft sie Popkultur mit Feminismus. Nun ist das Buch bei C.H. Beck endlich auch als deutsche Ausgabe erschienen.

Jill Lepores berühmtes, nun endlich auch auf Deutsch vorliegendes Buch ist ein Kabinettstück. Es erzählt die Geschichte von Wonder Woman und dechiffriert zugleich in einer brillanten Spurensuche die darin versteckte Geschichte des Feminismus. So witzig und geistreich hat noch selten jemand Popkultur und Frauenbewegung miteinander verknüpft.

Für «Die geheime Geschichte von Wonder Woman» hat Jill Lepore Archive durchforstet, Interviews geführt, Tagebücher gelesen und sich durch Gerichtsprotokolle gearbeitet. Das Ergebnis ist eine rasante Kulturgeschichte, in der ein exzentrischer Psychologe, Erfinder (dem wir auch den Lügendetektor verdanken) und Bigamist, eine aufregende Amazone und die Vorkämpferinnen des amerikanischen Feminismus die Bühne bevölkern. Ebenso unterhaltsam wie scharfsinnig zeigt die renommierte Historikerin, wie die Kämpfe, Hoffnungen und Rückschläge der Frauenrechtsbewegung hineingewoben sind in die Abenteuer einer Superheldin, die nicht nur bösen Fieslingen, sondern auch dem Patriarchat tapfer die Stirn bietet.

Unter Comic-Fans ist schon lange bekannt, dass Wonder Woman es dem Patriarchat es diverse Male so richtig gezeigt hat. Aber welch wichtigen Beitrag sie damit für den Feminismus geleistet hat, war bislang eher nicht so bekannt. Das Buch „Die geheime Geschichte von Wonder Woman“ erzählt unglaublich unterhaltsam davon. Jill Lepore hat einen grandiosen Stil und ein dickes Lob geht auch an Werner Roller, der das Buch gekonnt ins Deutsche übersetzt hat. Wer sich auch nur im Ansatz für Frauenrechte interessiert, wird dieses Buch lieben. Ich kann es nur weiterempfehlen, es lohnt sich.

Hardcover / C.H. Beck / 552 Seiten / 141 Abb. / € 29,95