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Markus Gasser ist ein österreichischer Literaturwissenschaftler und Autor. Er schreibt Kritiken für die Weltwoche, den Rheinischen Merkur und die FAZ und lehrt an den Universitöten Innsbruck und Saarbrücken, hautpsächlich deutschsprachige Gegenwartsliteratur, Horror und Thriller, sowie die Weltliteratur des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit fünf Jahren betreibt er zudem den YouTube Kanal „Literatur ist alles“. Sein neuer Roman „Die Verschwörung der Krähen“ ist bei C.H. Beck erschienen.

Am Ufer der Themse finden Kinder beim Spielen die Leichenteile des größten Verbrechers im britischen Königreich, und nur einer weiß, wie sie dort hingelangt sind ...

London besteht um 1700 aus zwei Städten, in beiden regiert die Gewalt. In der Unterwelt kämpfen Einbrecher und Auftragsmörder um die Vorherrschaft, am Hof streiten sich Minister und Aristokraten um die Gunst der Königin: Alles untersteht der Kontrolle Queen Anne Stuarts, religiös und politisch Andersdenkende werden zu Staatsfeinden erklärt, zum meist tödlichen Pranger verurteilt und weggesperrt im gefürchtetsten Kerker Europas, Newgate Prison. So wie Daniel de Foe, Unternehmer, Journalist, Kirchengegner, Geheimagent wider Willen und Intimfeind Queen Annes. Doch als er entdeckt, wer in London wirklich die Fäden zieht, schlägt er sich, gegen die Obrigkeit, auf die Seite der Kriminellen - mit dem Beistand seiner scharfsichtigen Frau Mary de Foe und der respektlosen Margaret «Midge» Crane. Und um seiner Vernichtung zu entkommen, plant er einen letzten, spektakulären Coup. Markus Gasser erzählt in Die Verschwörung der Krähen über Wahrheit und Würde in einer korrupten Welt, über Armut, Seuchen und Krieg, den schmalen Grat zwischen Schuld und Unschuld, über die Entstehung des investigativen Journalismus unter dem Druck von Zensur, Fake News, Populismus und Paranoia - und über die Liebe in liebloser Zeit.

Markus Gasser hat hier einen historischen Thriller vorgelegt, der von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln weiß. Dabei beschreibt er ein düsteres Kapitel in der Geschichte der britischen Hauptstadt und zieht deutliche Parallelen zur aktuellen Zeit. Denn Dinge wie Fake-News oder Populismus sind keine neuen Erfindungen, die gibt es schon seit Jahrhunderten. Mit Daniel de Foe fiebert man als Leser richtig mit und hofft inständig, dass sein großer Plan, den er verfolgt, von Erfolg gekrönt sein wird. Ob das der Fall ist, wird hier freilich nicht verraten. Am besten selbst lesen, es lohnt sich.

Hardcover / C.H. Beck / 238 Seiten / 2 Karten / € 23.-