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Als Deutschland den Zuschlag für die Olympischen Spiele 1972 bekommen hat, gab es endlich die Gelegenheit, sich der Welt als gastfreundliches Land zu präsentieren, das nichts mehr mit der NS-Zeit zu tun hat. Das Olympiastadion in München mit dem futuristischen Dach beheimatete zahllose Wettbewerbe. Am fünften September jedoch gab es ein Attentat auf israelische Sportler, die zunächst als Geiseln genommen und später ermordet wurden. Dennoch gingen die Wettbewerbe weiter. Das Buch „Die Spiele des Jahrhunderts“ schildert die Erfolge von Sportlern wie Ulrike Meyfarth oder Mark Spitz ebenso wie die Morde durch palästinensische Terroristen. Erschienen ist das Buch bei DTV.

Raus aus den Schatten der NS-Zeit, den Wiederaufbau geschafft - 1972 reißt Deutschland die Fenster auf. Es herrscht Aufbruchsstimmung und die Olympischen Spiele sollen der Welt das neue, lässige Deutschland zeigen. Als ein Fest der Demokratie, als Gegenentwurf zur martialischen Propaganda 1936 in Berlin.

Unter dem verwegenen Zeltdach verkörpern Mark Spitz, die junge Gold-Springerin Ulrike Meyfarth und die Sprinterin Heide Rosendahl mitten im Kalten Krieg den Traum vom friedlichen Miteinander. Doch dann setzt palästinensischer Terror alledem ein grausames Ende.

Die preisgekrönten Journalisten Ritzer und Deininger erzählen eine große Geschichte, die beinahe 100 Jahre umfasst und sich in den beiden Wochen der Olympiade verdichtet.

Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen, die mit Sport zu tun haben, sind die Olympischen Sommerspiele von 1972. Als Fünfjähriger habe ich vom Terror nichts mitbekommen, war aber begeistert vom Schwimmer Mark Spitz. Selbstverständlich war der Anschlag später immer wieder Thema. Aber so ausführlich wie in diesem Buch wurden die Ereignisse noch nie geschildert. Dabei dreht sich das Buch nicht ausschließlich im die Anschläge, sondern um die ganze Epoche, in denen die Spiel in München stattgefunden haben. Dazu kommt das Buch mit zahlreichen Fotos, auch der Wettbewerbe, daher. Roman Deiniger, ist politischer Reporter bei der Süddeutschen Zeitung, Uwe Ritzer ist investigativer Reporter beim gleichen Blatt. Beide zusammen haben hier ein detailliert recherchiertes Buch vorgelegt, das ich nur weiterempfehlen kann. Es lohnt sich.

Hardcover / DTV / 528 Seiten / € 25.-