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Die Harpyie ist eine Gestalt aus der griechischen Mythologie, mit dem Körper eines Vogels und dem Kopf einer Frau. Im Roman „Die Harpyie“ aus der Feder von Megan Hunter symbolisiert es die Verwandlung einer Frau, in der offenbar auch zweierlei Wesen schlummern, die der liebenden Ehefrau und Mutter und ein weiteres, weitaus dunkleres. Erschienen ist „Die Harpyie“ bei C.H. Beck.

Lucy und Jake Stevenson leben mit ihren beiden Söhnen am Rande einer wohlhabenden Kleinstadt in England. Während Jake täglich zur Universität pendelt, arbeitet Lucy von zu Hause aus und kümmert sich um die Kinder. Doch eines Nachmittags zerstört ein Anruf die Familienidylle: Jemand möchte Lucy wissen lassen, dass Jake eine Affäre mit einer Arbeitskollegin hat. Das Paar beschließt zusammenzubleiben, trifft aber eine Vereinbarung als Ausgleich für den Verrat: Lucy wird sich drei Mal an Jake rächen – und er weiß nicht, wann und auf welche Weise. Während die beiden sich auf ein subtiles Spiel um Verbrechen und Strafe einlassen, beginnen sich Lucys Körper und Geist allmählich zu verändern, die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen – eine Verwandlung, die sich nicht mehr aufhalten lässt …

Der Roman beginnt wie das typische Liebesdrama. Hauptfigur ist Lucy, die durch einen Anruf aus ihrer heilen Welt gerissen wird, da sie erfährt, dass ihr Mann sie betrogen hat. Und als die beiden einen Pakt schließen, der Lucy die Möglichkeit gibt, ihren Mann für den Betrug drei mal zu bestrafen, verwandelt sich nicht nur die Figur, sondern auch der Roman, in einen düsteren Thriller, der bis zur letzten Seite zu fesseln weiß. Ich hoffe, wir werden in Zukunft noch viel von Megan Hunter zu lesen bekommen. Ein tolles Buch.

Hardcover / C.H. Beck / 229 Seiten / € 22.-