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Wie entstanden die Kontinente, so wie wir sie heute kennen, wer hat die Grenzen festgelegt und bestimmt, wo Länder anfangen und wo die aufhören? Diesen Fragen ist Christian Grataloup nachgegangen, der gilt als der größte Historiker unter den Geographen. Bis 2014 war er Professor an der Universität Paris Diderot und Präsident des wissenschaftlichen Rates der UFR Géographie, Histore, Sciences de la Société. Zudem hat er an zahlreichen Publikationen mitgewirkt. Sein Buch „Die Erfindung der Kontinente“ ist bei WBG Theiss erschienen.

Theoretisch gibt es natürliche Grenzen wie tektonische Platten, die die Zuteilung von Ländern zu einem bestimmten Kontinent ermöglichen. Praktisch folgen solche Einteilungen nicht modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern basieren auf politischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Interessen. Der Geograf und Historiker Christian Grataloup zeigt die oft verschlungenen Wege, auf denen Landschaften und Völker einem Erdteil zugeordnet wurden. Er stellt dar, wie sich die Kartografie seit den Zeiten, wo das Paradies noch einen festen Platz auf der Mappa Mundi hatte, verändert hat, und stellt auch unsere modernen Ansichten in Frage.

Hat man heute die Welt nicht selbst bereist, kennt man sie zumindest aus Atlanten, Karten oder Dokumentationen. Vor einigen hundert Jahren war das noch anders. Da sahen Händler die Welt völlig anders als beispielsweise Seefahrer oder Herrscher. An Hand vieler historischer Karten zeigt der Autor Christian Grataloup in diesem prächtigen Bildband, wie sich die Karten im Laufe der Zeit entwickelt und geändert haben und wie sich Grenzen verschoben. Das ist faszinierend und man lernt noch einiges dazu. Ein wunderschönes Buch, dass ich gern weiterempfehle und das sich vorzüglich als Geschenk eignet.

Hardcover / WBG Theiss / 256 Seiten / 140 farbige Illustrationen / € 80.-