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Der amerikanische Journaliste Craig Whitlock arbeitet für die Washington Post und ist dort für die Themen Pentagon und Nationale Sicherheit zuständig. Er war auch rund sechs Jahre in Berlin tätig und schrieb von dort Berichte über Terrorismus in Europa und Nordafrika. Für die Post schrieb er über die Afghanistan Papers, eine Zusammenstellung von Interviews, die den Krieg in Afghanistan thematisierten. Daraus entstand dann schließlich sein erstes Buch, das gleich zum Bestseller avancierte. Die deutsche Ausgabe „Die Afghanistan Papers“ ist bei Ullstein erschienen.

Die bahnbrechenden Enthüllungen des Washington Post-Reporters und dreimaligen Pulitzer-Preisfinalisten Craig Whitlock zeigen eindrücklich, wie drei aufeinanderfolgende Präsidenten – Bush, Obama, Trump – und ihre militärischen Befehlshaber die weltweite Öffentlichkeit konsequent über Amerikas längsten Kriegseinsatz belogen.

20 Jahre nach 9/11 offenbart sich die zweck- und planlose Mission, deren absehbares Scheitern viel zu lange bewusst verborgen wurde: Die Afghanistan Papers sind ein schockierender Bericht, der auch die Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban vorwegnahm. In seinem New-York-Times-Bestseller liefert Whitlock Dokumente und eine längst überfällige Abrechnung über all das, was schiefgelaufen ist.

Wie einst die Pentagon Papers die öffentliche Wahrnehmung des Vietnamkriegs veränderten, enthalten die Afghanistan Papers erschütternde Enthüllungen von mehr als 1.000 Personen, die wussten, dass die US-Regierung die Fakten vor Ort verzerrt darstellte und manchmal sogar erfand – von Führungskräften im Weißen Haus und Pentagon bis hin zu Ortskräften und Soldaten an der Front in Afghanistan. Sie geben offen zu, dass die Strategie der US-Regierung ein Desaster und es ein kolossaler Fehlschlag war, einen afghanischen Staat nach westlichen Standards aufbauen zu wollen. Der abrupte Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan im Sommer 2021 war ein weiterer fataler Fehler in der Beurteilung der Situation vor Ort, dessen jüngste Folgen Craig Whitlock in seinem aktuellen Nachwort rekapituliert.

Wenn Präsidenten lieber einen sinnlosen Krieg weiterlaufen lassen, um ja nicht zugeben zu müssen, einen Fehler begangen zu haben, läuft etwas gewaltig schief. Wieviele Menschen mussten deshalb ihr Leben lassen? Und das betraf ja nicht nur die USA, sondern viele weitere Länder, die ihre Soldaten dort hingeschickt hatten, inklusive Deutschland. Das Buch informiert darüber wie die US-Regierung und ihre militärische Führung gezielt falsche Informationen und komplette Lügen über den Konflikt an die Öffentlichkeit gegeben haben. „Die Afghanistan Papers“ ist ein großartiges Buch, das ich beinahe in einem Rutsch verschlungen habe. Unbedingt lesen.

Hardcover / Ullstein / 400 Seiten / € 24,99