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Nahezu überall steigen die Infektionszahlen in der globalen Pandemie und nicht zum ersten Mal wird über die Triage gesprochen, die Auswahl derer, denen in Krankenhäuser geholfen wird, wenn es zur Überlastung kommt, und wem eben nicht. Ein ähnliches Szenario beschreibt der dystopische Roman „Der letzte Weg“. Hier allerdings wird Menschen über 70 Jahren nicht mehr geholfen und sie haben lediglich die Möglichkeit, Sterbehilfe zu erhalten. Geschrieben hat das Buch Eve Smith, die lange Zeit für eine Umweltorganisation in verschiedenen Ländern tätig war. „Der letzte Weg“ ist ihr erster Roman und kürzlich bei Heyne erschienen.

Bevölkerungsschwund, Bioterrorismus und Medikamentenknappheit gehören im England der nahen Zukunft zum Alltag. Die Regierung hat deshalb ein ebenso radikales wie fatales Gesetz erlassen: Personen über siebzig bekommen keine Antibiotika mehr. Werden sie krank, bleibt ihnen nur noch das Warten auf den Tod oder der Suizid. Kate ist Krankenschwester, doch statt ihre Patienten gesund zu pflegen, hilft sie ihnen nun beim Sterben. Nach einem dramatischen Ereignis beschließt Kate, sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen, und stößt auf ein lange gehütetes Geheimnis ...

Gleich vorweg, Eve Smith hat „Der letzte Weg“ bereits vor der Pandemie geschrieben, und doch gibt es ziemlich viele Parallelen. Ein wenig erinnert die Grundstory auch an den Film „Jahr 2022...die überleben wollen“. Die Autorin beschreibt hier ein Szenario, dass in Zukunft durchaus auch auf uns zukommen könnte, nämlich eine allgemeine Resistenz auf Antibiotika, das bedeutet, die Menschen sterben an einfachen Infektionen, die früher mit ein paar Tabletten problemlos behandelt werden konnten. Aber durch Missbrauch des Medikaments unter anderem in der Landwirtschaft ist die Wirkung nahezu bei null. Und so wird beschlossen, Menschen über 70 keinerlei Behandlung mehr zukommen zu lassen. Das beschreibt Eve Smith unglaublich spannend und fesselnd. Ich konnte das Buch nicht weglegen und habe es in einem Rutsch gelesen. Bis zum Schluss wird die Spannung immer weiter gesteigert und die Geschichte stimmt den Leser nachdenklich darüber, ob er so eine Zukunft noch als Gegenwart erleben wird. Unbedingt lesen!!!

Taschenbuch / Heyne / 448 Seiten / € 15.-