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Eugene Rogan ist ein Experte für den Nahen und Mittleren Osten. Der US-Amerikaner wuchs im Mittleren Osten auf, spricht sowohl Türkisch als auch Arabisch und ist Director des Middle East Cenre in St. Antony's, dem „Babel der Oxford Colleges“. Sein neues Buch dreht sich um den Titel gebenden „Untergang des Osmanischen Reichs“ nach dem ersten Weltkrieg. Erschienen ist das Buch im WBG Verlag.

Der überraschende Kriegseintritt der Osmanen auf Seiten Deutschlands und Österreich-Ungarns hat mehr als jedes andere historische Ereignis dafür gesorgt, dass der europäische Konflikt zu einem Weltkrieg wurde. Auf einmal verläuft im Mittleren Osten die neben der Westfront wichtigste, aber wenig verstandene Front. So gut wie jeder moderne arabische Staat wird in den Krieg hineingezogen. Obwohl die Invasion der Briten und Franzosen bei Gallipoli scheitert, ist die Niederlage gegen die Entente-Mächte unausweichlich. Das Osmanische Reich muss den Weg frei machen für die Schaffung einer neuen Ordnung im Nahen Osten, die bis heute nachwirkt.

Denkt man an den Ersten Weltkrieg, kommen einem unweigerlich die Grabenkämpfe an der Somme in den Sinn. Doch das Kriegsgeschehen spielte sich nicht nur in Europa ab. Der Kriegseintritt des Osmanischen Reichs kam überraschend und zog viele arabische Länder mit in den Konflikt, der schließlich das Ende für das Reich einläutete, das schon seit dem dreizehnten Jahrhundert Bestand hatte. Wie es dazu kam, welche Gründe das Ende bedeuteten und wie daraus die Türkei entstand erzählt Eugene Rogan in diesem Buch. Dabei lässt er auch Ereignisse wie den Völkermord an den Armeniern nicht außer acht. Ein sehr beeindruckendes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.

Hardcover / WBG Verlag / 592 Seiten / € 38.-