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In einer Kleinstadt in Maine kam Caitlin Wahrer als Tochter zweier Hippies auf die Welt. Sie studierte Jura und praktizierte als Anwältin. Mit „Der Fremde“ hat sie ihren Debütroman abgeliefert. Die deutsche Ausgabe ist bei Heyne erschienen.

Als ihr Schwager Nick nach einem brutalen sexuellen Übergriff im Krankenhaus liegt, ist Anwältin Julia fassungslos. Der Zwanzigjährige hat mit physischen Verletzungen und einem massiven Trauma zu kämpfen – und Julias Mann Tony, der sein Leben lang wie ein Vater für Nick gesorgt hat, wird von Wut und Verzweiflung aufgefressen. Der Verdächtige wird schnell gefunden, doch er bestreitet Nicks Aussage. Gleichzeitig verschlechtert sich Nicks psychischer Zustand dramatisch. Julia bemüht sich, ihre Familie zusammen- und den ermittelnden Polizisten Detective Rice auf Abstand zu halten. Doch Tonys Rachegefühle geraten außer Kontrolle, er macht Julia immer mehr Angst. Und schließlich muss sie sich fragen, wie weit Tony gehen wird, um seine Familie zu beschützen …

Als Anwältin hatte Caitlin Wahrer oft mit ähnlichen Fällen wie dem von Nick in ihrem Roman zu tun. Und die Geschichte stellt die Frage, die sich auch auf dem Cover findet: „Wie weit würdest du gehen, um deine Familie zu schützen?“. Auf diese Frage hat wohl jeder eine andere Antwort. Allerdings ist Tony wohl zu deutlich mehr bereit, als andere, aber wird er wirklich bis zum äußersten gehen? „Der Fremde“ ist ein beeindruckender Debüt-Roman. Einerseits ist die Geschichte ein bewegendes Drama, bei dem man mit dem Opfer Nick mitzittert und hofft, dass es ihm bald besser geht, andererseits ist es auch ein Thriller, bei dem man sich die Frage stellt, ob es zur Selbstjustiz kommt. „Der Fremde“ fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Klare Leseempfehlung.


Paperback / Heyne / 464 Seiten / € 15.-