Nextgengamersnet
Games,  Movies and more

Ian McGuire ist Literaturwissenschaftler und lehrt amerikanische Literatur und kreatives Schreiben an der University of Virginia. Aber er schreibt auch selbst und 2006 wurde sein erster Roman „Klugscheißer“ veröffentlicht, der gute Kritiken bekam. Für sein zweites Werk „Nordwasser“ wurde er mit dem Encore Award ausgezeichnet. Nun ist bei dtv sein neues Buch „Der Abstinent“ erschienen.

Manchester, 1867. Im Morgengrauen hängen die Rebellen. Die englische Polizei wirft ihnen vor, die ›Fenians‹, irische Unabhängigkeitskämpfer, zu unterstützen. Eine gefährliche Machtgeste seines Vorgesetzten, findet Constable James O’Connor, der gerade aus Dublin nach Manchester versetzt wurde. Einst hieß es, er sei der klügste Mann der Stadt gewesen. Das war, bevor er seine Frau verlor, bevor er sich dem Whiskey hingab. Mittlerweile rührt er keinen Tropfen mehr an. Doch jetzt sinnen die ›Fenians‹ nach Rache. Der Kriegsveteran Stephen Doyle, amerikanischer Ire und vom Kämpfen besessen, heftet sich an O’Connors Fersen. Ein Kampf beginnt, der O’Connor tief hineinzieht in einen Strudel aus Verrat, Schuld und Gewalt.

Ein düsteres Kapitel in der britischen Geschichte bildet die Grundlage für die Story von „Der Abstinent“. Und der Krimi kommt derart detailreich daher, dass der Leser die Szenen regelrecht visualisieren kann und immer mehr in die Geschichte hineingezogen wird. Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und beinahe in einem Rutsch gelesen. James O'Connor ist Polizist und muss den Mord an einem Kollegen aufklären, und steht dabei zwischen den Fronten. Hier wird aber nicht für eine der Gruppen Partei ergriffen sondern die Erzählperspektive gewechselt, so dass der Leser Einblick in beide Seiten erhält. Das ist großartig und liest sich extrem gut. Klare Kauf- und Lese-Empfehlung.

Hardcover / dtv / 336 Seiten / € 23.-