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George Murray Levick studierte Medizin und trat 1902 in die Royal Navy ein. Während der Terra-Nova-Exedition unter Robert F. Scott fungierte er als Schiffsarzt. In der Antarktis erforsche er das Sozialverhalten des Adeliepinguine, auch, als er gezwungen war, sieben Monate lang in einer Schneehöhle zu überleben. In seinem Buch über die Pinguine ließ er den Part über das Sexualverhalten, das er für abnormal hielt, weg und veröffentlichte diesen Teil separat, in einer Auflage von nur 100 Exemplaren. Im Zuge eigener Recherchen hat Lloyd Spenver Davis diese Aufzeichnungen wiederentdeckt und das Buch „Das geheime Liebesleben der Pinguine“ über die Expedition und die Erkenntnisse Levicks geschrieben. Das Buch ist bei DVA erschienen.

Als der legendäre Polarforscher Robert F. Scott seine letzte Etappe zum Südpol antrat, ließ er sechs Teilnehmer der Expedition an der Basisstation zurück. George Murray Levick war einer von ihnen. Über Monate hinweg in einer Eishöhle überwinternd, gelang es ihm als Erstem, Adeliepinguine zu studieren. Was er sah, war bahnbrechend und schockierend zugleich: So unerhört und unfassbar erschien ihm das Sexualleben der Vögel, dass er seine Beobachtungen später verschlüsselt und nur in einer Auflage von hundert Exemplaren veröffentlichte. Sie gerieten in Vergessenheit – wie Levick selbst auch.

Hundert Jahre später stößt der Forscher Lloyd Spencer Davis im Zuge seiner eigenen Wissenschaftsabenteuer auf Levicks Aufzeichnungen. In seinem Buch erzählt er dessen spektakuläre Überlebensgeschichte im ewigen Eis und würdigt Levicks akribische Studie über die Pinguine, deren Liebesleben dem unseren weit ähnlicher ist, als wir je dachten. Mit großem Farbbildteil.

Der neuseeländische Autor Lloyd Spencer Davis, selbst bekannter Wissenschaftler, der sich seit mehr als dreißig Jahren den Pinguinen widmet, hat in seinem Buch „Das geheime Liebesleben der Pinguine“ eine Expedition beschrieben, die kuriose Erkenntnisse zu Tage gefördert haben. Heute ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass eine Gruppe einer Expedition mal eben für mehr als ein halbes Jahr in einer Schneehöhle hausen muss. Oder dass einem Forscher das tierische Liebesleben so unartig vorkommt, dass er den Teil darüber in seinem Buch weglässt und ihn einzeln für handverlesene Leser veröffentlicht. Ein ungemein unterhaltsames Buch, das dem Leser zudem so einiges an Wissen über Pinguine vermittelt. Kann ich nur weiterempfehlen, sicher auch eine nette Geschenkidee.

Hardcover / DVA / 384 Seiten / € 22.-