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Marc Levy ist in seinem Leben schon ziemlich viel herumgekommen. Nachdem er in seinem Geburtsland Frankreich sechs Jahre beim Roten Kreuz tätig war und gleichzeitig Informatik und Betriebswirtschaft studierte, ging er für sechs Jahre nach San Francisco, wo er sein erstes Unternehmen gründete. 1990 verließ er die Firma und gründete mit zwei Freunden ein Architekurbüro in Paris. Dann entdeckte er seine Liebe zur Literatur wie auch zum Kino und schrieb mit „Solange du da bist“ seinen ersten Roman, der auch gleich von Steven Spielberg verfilmt wurde. Seitdem wurden seine Bücher in neunundvierzig Sprachen übersetzt und jedes Buch von ihm war ein Bestseller, mit vierzig Millionen verkaufter Bücher ist er der weltweit erfolgreichste französische Autor. Nun ist sein neuester Roman, „Das Geheimnis unserer Herzen“, bei blanvalet erschienen.

London 2016: Die fünfunddreißigjährige Eleanor Rigby erhält einen anonymen Brief, in dem behauptet wird, ihre kürzlich verstorbene Mutter habe eine dunkle Vergangenheit, von der niemand etwas ahnt. Zur gleichen Zeit bekommt George Harrison, ein Tischler aus Quebec, ein identisches Schreiben. Eleanor und George haben sich noch nie im Leben gesehen, doch das wird sich bald ändern, denn der mysteriöse Verfasser bestellt beide in eine Fischerkneipe am Hafen von Baltimore. Dort lernen sie sich kennen und versuchen gemeinsam herauszufinden, was es mit den Briefen auf sich hat. Welche Verbindung besteht zwischen ihnen und was haben ihre Mütter damals getan? Noch ahnen die beiden nicht, dass ihre Nachforschungen sie weit in die Vergangenheit führen, zurück in den Sommer des Jahres 1944, und dass sie einander nicht gleichgültig bleiben ...

„Das Geheimnis unserer Herzen“ ist ein Roman über zwei Familien, der aber deutliche Thriller-Anteile mitbringt. Und die Mischung erinnert an einen zuckersüßen Cocktail, der aber ganz schnell ins Blut geht. Und so packt der Roman den Leser ganz schnell und lässt ihn erst am Ende wieder los. Zwei Personen bekommen jeweils einen Brief. Es wird angedeutet, dass deren Mütter ein dunkles Geheimnis haben und beide werden zu einem Ort bestellt und gemeinsam versuchen sie nun Licht in das Dunkel zu bringen, dass ihre Familien offenbar bislang vor ihnen geheimgehalten haben. Die Handlung läuft nun auf verschiedenen Zeitebenen. Während die beiden in der Gegenwart nach weiteren Hinweisen und Informationen suchen, zeigen Rückblenden Geschehnisse in der Zeit von 1944 bis in die Nachkriegsjahre und es gibt einen Sprung in das Jahr 1980, in dem die Mütter von Eleanor und George eine Tat begangen haben, auf die ich hier aber nicht näher eingehen werde, um nicht die Spannung zu verderben. Am Anfang hatte ich den Vergleich zu einem Cocktail gezogen und der passt auch gut zum kompletten Buch. Denn es liest sich wunderbar leicht, ist spannend und auf jeder Seite unterhaltsam. Da würde es mich nicht wundern, wenn auch dieses Werk von Marc Levy verfilmt werden würde. Leider werden die Übersetzer und Übersetzerinnen stets zu wenig gewürdigt, dabei bringen sie doch eine Geschichte aus anderen Ländern erst in das richtige Format, um bei deutschen Leseratten den Stil des Autors ebenfalls rüberzubringen, deshalb hier der Dank an Eliane Hagedorn und Bettina Runge, die tolle Arbeit geleistet haben.

Hardcover / blanvalet / 448 Seiten / € 20.-