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Gaston Phoebus war eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Spätmittelalters. Er war der Garf von Foix, Vizegraf von Béarn, Marsan und Lautrec sowie Co-Herr von Andorra. Er war beim Volk beliebt, unterhielt einen Hof, der Ritter und Künstler aus ganz Frankreich anzog, bei politischen Dingen war er aber misstrauisch und grausam. Dem fiel auch sein eigener Sohn zum Opfer, den er bezichtigte, einen Mordanschlag auf ihn geplant zu haben. Neben einem Buch mit einer Sammlung von Gebeten schrieb er „Das Buch der Jagd“, die älteste Darstellung der mittelalterlichen Jagd, in den Jahren 1387 bis 1389. Noch im 19. Jahrhundert war es als Lehrbuch in Gebrauch. Der WBG Verlag hat einen Nachdruck dieses Werkes veröffentlicht.

Er starb, wie er lebte: Gaston de Foix-Béarn, genannt „Phoebus“, erlag in hohem Alter den Anstrengungen einer Bärenjagd. Das wichtigste Vermächtnis des französischen Grafen und passionierten Waidmannes bleibt zweifellos sein prachtvoll illuminiertes Jagdbuch, das „Livre de la chasse“ aus dem Jahr 1387.

Diese mittelalterliche Handschrift galt bis ins 19. Jahrhundert als Standardwerk der Jagdkunst und wurde als Lehrbuch geschätzt. Neben detaillierten Beschreibungen von Jagdtechniken bietet es eine eindrucksvolle Dokumentation der Naturgeschichte und vermittelt ein Bild der Tierhaltung im Hochmittelalter. Somit stellt es ein einmaliges kulturgeschichtliches Zeugnis dar.

Gaston Phoebus hat hier ein beeindruckendes Werk zu Papier gebracht. Handgeschrieben, wohlgemerkt. Er beschreibt verschiedene Varianten der Jagd, Kesseltreiben, die Jagd mit einer Meute von Hunden und auch wie Bärenfallen eingesetzt werden. Es gibt für die Zeit äußerst ungewöhnliche Darstellungen von Tieren, Tipps für deren Unterbringung und die Pflege. Beim Lesen erstaunt es auf jeder Seite, dass das Buch vor weit mehr als sechshundert Jahren entstanden ist. Und die Beschreibungen sind so detailreich und lebendig, dass man sich als Leser mittendrin fühlt. Dazu ist das Buch optische eine Augenweide, die Schrift (deutsche Texte sind ebenfalls dabei) und die wunderschönen Bilder sind einfach eine Wucht. Übrigens, Gaston Phoebus starb während einer Bärenjagd, allerdings nicht durch das Tier. Er nahm in einer Pause eine Mahlzeit ein und als er danach seine Hände in kaltem Wasser abwaschen wollte, traf ihn der Schlag.

Hardcover / WBG Verlag / 192 Seiten mit 200 Abb. / € 60.-