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Stephen King ist wohl der bekannteste und kommerziell erfolgreichste Schriftsteller der Gegenwart. Seine Bücher wurden in vierzig Sprachen übersetzt und hunderte Millionen mal verkauft. Dabei finf alles ganz anders an, denn King arbeitete als Englischlehrer und da das Einkommen kaum ausreichte, um die Familie zu ernähren, jobbte er nachts zusätzlich als Bügler in einer Wäscherei. Hin und wieder konnte er auch eine Geschichte verkaufen, die ein paar Dollar in die Haushaltskasse brachte. In einem gemieteten Wohnwagen schrieb er schließlich das Buch „Carrie“. Er war so unzufireden damit, dass er das Skript in den Papierkorb warf. Seine Frau jedoch nahm es wieder heraus und überzeugte ihren Mann, es zu vollenden. Das Buch wurde vom Verlag Doubleday veröffentlicht und die Taschenbuchrechte gingen für die Rekordsumme von 400.000 Dollar an die New American Library. Dies war der Anfang einer beispiellosen Autorenkarriere. Viele seiner Bücher wurde erfolgreich verfilmt und brachten weitere Menschen dazu, seine Bücher zu lesen. Seine Frau und seine zwei Söhne sind ebenfalls Autoren. King ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern schreibt fast jedes Jahr zwei neue Bücher. Sein neuestes Werk, „Billy Summers“ ist bei Heyne erschienen.

Billy ist Kriegsveteran und verdingt sich als Auftragskiller. Sein neuester Job ist so lukrativ, dass es sein letzter sein soll. Danach will er ein neues Leben beginnen. Aber er hat sich mit mächtigen Hintermännern eingelassen und steht schließlich selbst im Fadenkreuz. Auf der Flucht rettet er die junge Alice, die Opfer einer Gruppenvergewaltigung wurde. Billy muss sich entscheiden. Geht er den Weg der Rache oder der Gerechtigkeit? Gibt es da einen Unterschied? So oder so, die Antwort liegt am Ende des Wegs.

Stephen King hat es immer noch drauf. „Billy Summers“ ist ein perfektes Buch. Hier stimmt einfach alles und jede Seite ist purer Lesegenuss. Die Geschichte hat zwei Hauptfiguren. Da ist einmal der Titel gebende Billy Summers, ein Kriegsveteran, was ja erstmal nichts besonderes ist, die USA sind ja meistens irgendwo im Krieg. Allerdings hat Summers seine militärischen Fähigkeiten zum Beruf gemacht. Er ist aber kein Söldner oder Security-Mann geworden, sondern schlicht und ergreifend Auftragskiller. Dann ist da Alice, ein Opfer einer Gruppenvergewaltigung. Das Schicksal bringt beide zusammen, den einfältigen Veteran und das scheue Mädchen. Stephen King lässt sich bei der Geschichte der beiden viel Zeit, was den beiden eine Tiefe verleiht, die es dem Leser erlaubt sie zu kennen, wenn man das so ausdrücken kann, es entsteht eine regelrechte Beziehung. Und somit werden auch die Handlungen der beiden verständlicher. Das beeindruckt und wirkt noch lange nach. Keine Horrorgeschichte diesmal, aber eine Geschichte von Freundschaft, Liebe, Moral und Verrat. Seit den 70er Jahren verschlinge ich die Bücher von Stephen King, und „Billy Summers“ gehört definitiv zu den besten Werken des Meisters. Klare Kauf- und Leseempfehlung.

Hardcover / Heyne / 720 Seiten / € 26.-