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Es gibt wohl kaum jemanden, der noch die eine Bibliothek genutzt hat. Sei es, um sich einen Roman auszuleihen, oder um Recherche zu betreiben. Vor allem vor Zeiten des überall zugänglichen Internets waren ohne Bibliotheken ernsthafte Recherchen kaum möglich. Bereits seit tausenden Jahren gibt es die, schon bei den alten Ägyptern oder im antiken Griechenland. Und auch heute noch beeindrucken diese Einrichtungen mit ihrer teils gigantischen Auswahl an Büchern und auch mit ihrem Stil. James W.P. Campbell, Fellow in Architektur und Kunstgeschichte am Queens College in Cambridge, hat sich dem Thema gewidmet. Sein Buch „Bibliotheken – Von der Antike bis heute“ ist bei WBG Edition erschienen.

ames W. P. Campbells historischer Überblick beginnt bei den ersten Bibliotheken im frühen Mesopotamien, wie der Celsusbibliothek in Ephesos. Er beschreibt die verlorenen Buchsammlungen der antiken Zivilisationen, allen voran die sagenumwobene Bibliothek von Alexandria. In Klosterbibliotheken des Mittelalters gewährt er Einblick in Kodizes und Büchertruhen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Von den üppigen Schlossbibliotheken des Rokoko gelangen wir schließlich zu den monumentalen Bibliotheksbauten der heutigen Zeit.

Die spektakulären Originalaufnahmen erlauben einen Blick hinter die Kulissen der Anna Amalia Bibliothek in Weimar, der Library of Congress in Washington oder der chinesischen Nationalbibliothek in Peking.

Ich liebe die Atmosphäre in Bibliotheken und könnte mich jedes mal stundenlang dort aufhalten, um durch die riesigen Regale zu stöbern. Um so mehr habe ich mich über dieses Buch gefreut, dass nicht nur eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der Bibliotheken bietet, sondern auch mit mehr als 300 Abblildungen unglaublich schöne Büchereien zeigt, aus den verschiedensten Epochen. Hier kommt jeder Bücherfreund Freudentränen bei der Lektüre. Und dabei kommen nicht nur Literaturfreunde auf ihre Kosten, auch wer wunderschöne Architektur zu schätzen weiß, wird dieses Buch lieben. Ich empfehle es gern weiter und werde ganz sicher noch ziemlich oft darin blättern.

Hardcover / WBG Edition / 328 Seiten / € 60.-