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Die antifaschistische Bewegung gibt es bereits seit ziemlich genau einhundert Jahren. Doch wie und warum wurde sie gegründet? Wie hat sie sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt und welche Strukturen gibt es heute? Diesen Fragen ist Richard Rohrmoser nachgegangen. Der ist promovierter Zeithistoriker und beschäftigt sich mit Protestgeschichte, sozialen Bewegungen sowie historischer Friedens- und Konfliktforschung. Sein Buch „Antifa“ ist bei C.H. Beck erschienen.

Die Antifa polarisiert. Für die einen leistet sie einen wichtigen Beitrag gegen Rechtsextremismus, für andere ist sie aufgrund ihrer Infragestellung des staatlichen Gewaltmonopols eine Gefährdung der Demokratie von links. Was sind die zentralen Kennzeichen dieser linksradikalen Bewegung? Richard Rohrmoser zeichnet in seinem Buch erstmals die historische Entwicklung der vielschichtigen antifaschistischen Bewegung seit ihren Anfängen nach und skizziert das Spannungsfeld zwischen zivilgesellschaftlichem Engagement und radikaler Gewaltbereitschaft, in dem sie sich heute befindet.

Eines ist klar, DIE Antifa gibt es nicht. Es gibt unzählige antifaschistische Gruppierungen und noch mehr einzelne. Ebenso klar ist, dass jeder klar denkende Mensch antifaschistisch eingestellt sein sollte. Das Buch schildert die Geschichte dieser Bewegung von den 1920er Jahren bis heute. Dabei wird auf friedliche Proteste ebenso eingegangen wie auf anarchistische Aktionen, die Autonomen der 80er Jahre und wie sich die Bewegung später aufgespalten hat. Das ist sehr interessant und lesenswert. Der Autor Richard Rohrmoser hat einen guten Stil, der nicht, wie sonst oft in Sachbüchern, zu trocken rüberkommt. Kann ich nur weiterempfehlen.

Paperback / C.H. Beck / 208 Seiten / € 16.-