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Als Mittelalter wird die Zeit vom sechsten bis zum fünfzehnten Jahrhundert bezeichnet. Und jeder hat wohl seine eigenen Vorstellungen davon, von edlen Rittern, Kreuzzügen, Hexenverfolgung oder der Pest. Doch wie war das Leben im Mittelalter für den durchschnittlichen Bürger, wie hat er seinen Lebensunterhalt bestritten und was hat er sonst noch getan? Diesen Fragen geht Ernst Schubert in seinem Buch „Alltag im Mittelalter“ nach, das als Neuausgabe bei WBG Theiss erschienen ist. Der 2006 verstorbene Schubert war Historiker und Professor für Niedersächsische Landesgeschichte an der Universität Göttingen.

Von Wäldern und (Ab)Wässern, vom Fluchen und von der Liebe, vom Unrat auf den Straßen und von Gotteslästerung im Mittelalter handelt dieses Buch. Diese scheinbar weit auseinander liegenden Themen werden von der Frage geleitet, wie der mittelalterliche Mensch mit seinem Lebensumfeld, mit der Natur, mit seinen Mitmenschen umging. Wie konnte er in seiner Welt bestehen?

Wer sich dafür interessiert wie Mann und Frau im Mittelalter lebten, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse. Und es dürfte jedem klar sein, dass das Leben zu dieser Zeit kein Zuckerschlecken war. Heute sieht man das alles eher durch einen Filter, der nur das Gute, die Abenteuer und das Leben der Adligen zeigt, aber dem normalen Bürger war das alles verwehrt, er musste täglich um sein Leben und Überleben kämpfen. Einigen gelang das besser, anderen weniger gut. Mit einem wunderbaren Stil beschreibt Ernst Schubert den typischen Alltag im Mittelalter und räumt dabei mit so mancher Vorstellung auf, die man vielleicht auf dem letzten Mittelaltermarkt gezeigt bekommen hat. Tolles Buch, das ich gern weiterempfehle.

Hardcover / WBG Theiss / 600 Seiten / 61 Abbildungen / € 38.-