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Der deutsche Autor Stephan Abarbanell wurde 1957 in Braunschweig geboren und wuchs in Hamburg auf. Nachdem er Evangelische Theologie und Allgemeine Rhetorik in Hamburg, Tübingen und Berkeley studierte. War er zwanzig Jahre lang Kulturchef des rbb. Mit seiner Frau Bettina, die als Übersetzerin bekannt ist, lebt er in Potsdam-Babelsberg. 2015 erschien sein Romandebüt „Morgenland“. Nun hat der Blessing Verlag sein neues Buch „10 Uhr 50, Grunewald“ veröffentlicht.

Es ist ein kühler, bewölkter Junitag, als Walther Rathenau, seit wenigen Monaten Außenminister der Weimarer Republik, in einen offenen Wagen steigt, um ins Ministerium zu fahren. Erst seit Kurzem ist er von der Konferenz in Rapallo zurück, wo die Zukunft Deutschlands mit den Alliierten des Ersten Weltkriegs vertraglich geregelt wurde. Sein eher hilfloser Schulterschluss mit der Sowjetunion hat ihm nicht nur Kritik sondern auch Morddrohungen eingebracht: Er, der Jude, habe Deutschland verraten.

Fünf Minuten nachdem er im Wagen Platz genommen hat, ist Rathenau tot - erschossen von Rechtsextremen. Diese letzte Fahrt gestaltet Stephan Abarbanell in seinem so poetischen wie psychologisch tiefgründigen Roman als eine Reise Rathenaus zu sich selbst, auf der er endlich Antworten findet, auf die Fragen, die sein ganzes Leben geprägt haben.

Im Juni 1922 wurde Walther Rathenau von Rechtsradikalen ermordet. Er befand sich auf dem Weg von seiner Villa in Grunewald ins Auswärtige Amt. Der Roman „10 Uhr 50, Grunewald“ schildert diese letzte Fahrt und dreht sich um die Gedanken, die Rathenau in den letzten Minuten seines Lebens beschäftigt haben könnten. Das ist hochinteressant und ebenso bewegend. Der Schreibstil von Autor Stephan Abarbanell hat mich beeindruckt. Tolles Buch, das ich gern weiterempfehle.


Hardcover / Blessing / 256 Seiten / € 22.-