Robert Downey junior


Was erhoffen Sie sich für das Publikum von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron?

Ich hoffe die Leute werden mit einem “Wow!” aus der Vorstellung kommen. Solch großen Produktionen sind ja immer mit hohen Erwartungen behaftet. Ich hoffe, die Leute haben so großen Spaß an diesem Film wie sie ihn an Iron Man 3 hatten. Oder an Captain America: The First Avenger und Thor. Dieser Film ist unglaublich witzig und zugleich nachdenklich – er behandelt tolle Themen. Außerdem gibt es jede Menge neuer Figuren, wir legen auf jeden Fall nochmal eins drauf. Ich kann ihn nur empfehlen!


Wo ist Tony Stark zu Beginn von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron? Und wie würden Sie seine Beziehung zu den Avengers heute beschreiben?

Zu Beginn des Films hat Tony die Avengers zu Gast in seinem New Yorker Tower. Er arbeitet an einem System, mit dem er die Einsätze der Avengers für immer überflüssig machen will.


Captain America scheint der Anführer der Avengers in Marvel’s Avengers: Age Of Ultron zu sein. Ist Tony Stark glücklich über diese Tatsache?

Es gibt in Tony Starks Leben eigentlich nur zwei Beziehungen, in denen er sich freiwillig unterordnet. Eine ist offensichtlich jene mit Pepper Potts. Und die andere ist die zu Captain America.


Warum hat er sich dazu entschlossen, Captain America das Ruder zu überlassen?

Tony findet, dass der am besten Geeignete den Job übernehmen sollte. Tony hat zwar einiges drauf, aber Captain America besitzt die größte Erfahrung. Niemand hat mehr Kampferfahrung als Captain America!


Warum setzt sich Tony Stark in diesem Film so sehr für die Avengers ein? In der Vergangenheit war er ja eher egoistisch…

Indem er alle zusammenbringt, hat er das Gefühl, ihnen als Ingenieur und Mechaniker dabei helfen zu können, die Sache noch etwas besser zu machen. Das ist so, als kaufe man eine Football-Mannschaft und gäbe ihnen neue Trikots und besseres Equipment, um sie auf dem Feld stärker, schneller und sicherer zu machen.


Tony Stark hat viel Geld dafür ausgegeben, den Stark Tower zum Avengers Tower umzubauen. Woher hat er all das Geld?

Ich kenne niemanden in der Geschichte irgendeiner Superhelden-Filmserie, dem jemals das Geld ausgeht! Tony übernimmt die Kosten und er kann es sich offensichtlich leisten. Pepper hat in jüngerer Zeit das Geschäft größtenteils übernommen und daher scheint die Finanzlage stabiler als damals, als Daddy bloß die Schecks ausstellte.


Wie war es, auf dem Set des Avengers Tower zu stehen?

Als ich das Set das erste Mal betrat, dachte ich ‘Wow, das ist echt beeindruckend.‘ Mit dem Fortschritt der Dreharbeiten wurde aber recht schnell deutlich, dass niemand bedacht hatte, dass sich all die Scherben des Zucker-Glases in den Boden bohren würden…


Wurde es schwieriger, sich am Set zu bewegen?

Es fühlte sich an wie eine futuristische Eis-Arena, auf der man sich fast nicht mehr bewegen konnte. Die Böden sahen fantastisch aus, waren aber so rutschig, dass sich jeder Schritt zu einem unvorhergesehen, aufregenden und gefährlichen Abenteuer entwickelte. Aber das machte uns alle zu wesentlich besseren Tänzern!


Jeder Marvel-Film hat für das Publikum etwas Neues und Besonderes in petto. Was ist bei Marvel’s Avengers: Age of Ultron diesmal im Gepäck?

Ich finde es großartig, neue Leute am Set zu haben. Jetzt sind Elizabeth Olsen und Aaron Taylor-Johnson als Scarlet Witch und Quicksilver dabei. Und Paul Bettany, der bislang schon als US-Synchronstimme von Jarvis mitwirkte, aber jetzt bei einer Figur namens Vision etwas Neues ausprobieren darf. Und ich finde James Spader als Ultron ein Paradebeispiel für eine brillante Besetzungsidee.


Wie war die Arbeit mit James Spader?

Irgendwie schließen sich bei diesem Film verschiedene Kreise. Der persönlichste davon ist wahrscheinlich James Spader. Er war der erste, den ich bei meiner Ankunft in Los Angeles traf und er nahm mich wirklich unter seine Fittiche. Eigentlich ist er nur ein paar Jahre älter als ich, aber ich finde seine Besetzung [in diesem Film] extrem interessant. Nicht, weil er in aller Munde ist, sondern weil er quasi zum amerikanischen Kulturerbe gehört. Über die Jahre habe ich mich ehrlich gesagt nicht nur einmal bei seinem Stil bedient.


Wie war es, Paul Bettany dieses Mal vor Ort zu haben?

Auch bei Paul Bettany in der Rolle von Vision findet eine tolle Sache ihren guten Abschluss. Paul ist für mich von Anfang an eine Art Wegbegleiter gewesen und es war schön, ihn tatsächlich beim Filmen dabei zu haben und nicht nur in der Peripherie. Er ist ein großartiger Schauspieler mit einem fantastischen Charakter.


Was hat Sie für die Rolle des Tony Stark prädestiniert? Wie haben Sie den Charakter angelegt?

Es war ein absolutes Gefühlschaos, denn ich versuchte diese Persönlichkeit auszuleben und dennoch innerhalb des gesteckten Rahmens zu bleiben. Ich fand ihn schon beim Lesen der Comics damals wahnsinnig cool. Ich dachte mir ‚Lass‘ ihn menschlich bleiben und witzig genug darstellen, um ihn beim Publikum nicht als Spießer dastehen zu lassen. Wenn ich das schaffe, wird die Sache gut ausgehen.‘


Haben Sie sich über die Rückkehr ins Marvel-Universum zu den Avengers gefreut?

Ich las Joss Whedons Drehbuch und fand es sofort großartig. Kevin Feige [der President der Marvel Studios] sagte, ‚Das hast du noch nie gesagt. Meinst du das ernst?‘. Und ich antwortete ‚Echt. Ich finde es großartig. Lass’ uns mit den Dreharbeiten anfangen!‘


Was hat Ihnen am Drehbuch zugesagt?

Mir gefiel die Weiterentwicklung der komplexen Beziehungen innerhalb der Avengers. Ich mag den Ärger zwischen Thor und mir – besonders, weil er den Kürzeren zieht und mir Recht geben muss! Joss hat Tony Stark einige tolle Szenen auf den Leib geschrieben. Anstatt mich also quer zu stellen und zu versuchen, jede Szene umzuschreiben, tauchte ich einfach am Set auf und es wurde großartig.


Was macht die Dynamik zwischen Ihnen und Joss Whedon so besonders?

Es ist der Respekt. Jede Beziehung zwischen Regisseur und Schauspieler ist anders. Joss hat wirklich alles im Griff und mag es, die Fäden in Hand zu halten. Für mich ging es darum, etwas empfänglicher zu werden. Das macht den Job in gewisser Weise auch einfacher, denn er hat schon an alles gedacht. Und das war toll!

Chris Hemsworth

Was ist neu an ihrer Figur in Marvel’s Avengers: Age of Ultron?

CHRIS HEMSWORTH: In Marvel’s Avengers: Age of Ultron begegnen wir einer bodenständigeren, geerdeteren Version von Thor. Das ist schön, denn es bietet Gelegenheit, witziger zu sein und ihn in lässigeren Outfits zu sehen, anstatt im roten Cape und in der Rüstung.


Wie fühlt es sich an, diesen veränderten Thor zu spielen?

CHRIS HEMSWORTH: Ich wollte zu dem Spaß zurückkehren, den er im ersten Film hatte und ihn bodenständiger machen. Schnell geraten diese Figuren zu unnahbar und überirdisch – und jetzt ist er wieder menschlicher. Man sieht das gleich in einer der ersten Szenen, als der Rest der Avengers versucht, in Alltagsklamotten seinen Hammer aufzuheben. Man denkt sich ‚Was machen diese Typen, wenn sie nicht gerade die Welt retten?‘ Jetzt weiß man es und ich hatte viel Spaß dabei. Mir gefiel es immer am besten, wenn wir rumalbern und solche Sachen machen durften.


Welche Rolle spielt Thor im neuen Film innerhalb der Avengers?

CHRIS HEMSWORTH: Er ist ein zentrales Mitglied des Teams und man spürt die Einigkeit, zu der sie als Gruppe gelangt sind. Die ist bombenfest. Thor erkennt die größeren Zusammenhänge des aktuellen Konflikts. Zwar existiert die grundlegende Auseinandersetzung, in die sie verwickelt sind noch immer, doch Thor nutzt sein Wissen aus Asgard zusätzlich dazu, einige überirdische Themen auszuloten und Bedrohungen auszumachen, deren Kommen er befürchtet.


Wie fühlte es sich an, die neuen Darsteller im Team der Superhelden zu begrüßen?

CHRIS HEMSWORTH: Die waren großartig, ohne Witz! Ich fand es cool, neue Gesichter am Set zu sehen. Sobald man sich und den Rhythmus der anderen zu gut kennt, wird es manchmal fast zu gemütlich – da ist es gut, wenn neue Leute dazu gemixt werden und die Sache etwas durchrütteln. Deshalb glaube ich, dass auch die Zuschauer diesen Film noch mehr mögen werden als den ersten. Ich jedenfalls liebe die Neuzugänge.


Ultron [gespielt von James Spader] gehört zu den neuen Charakteren von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron. Erzählen Sie uns etwas über diese Figur.

CHRIS HEMSWORTH: Ultron war die erste Figur in all meinen Filmen, von der ich absolut nicht wusste, wie sie aussehen und in welche Richtung die Darstellung gehen würde. Doch beim ersten Anblick von James [Spader] in seiner Rolle bekam alles seinen Sinn. Die Figur ist recht komplex geschrieben, mit vertracktem Sprachrhythmus und einer ganz besonderen Sprechweise. Er ist aber auch sarkastisch und ironisch und ich finde die Mischung ganz wunderbar.  


Wie war es, mit James Spader am Set zu arbeiten?

CHRIS HEMSWORTH: Ich erinnere mich an das erste Mal, als er zu den Dreharbeiten kam. Er sprach einen langen Monolog und als er fertig war applaudierten wir alle – mit dem Ergebnis, dass wir von seiner Leitung so beeindruckt waren, dass wir unseren eigenen Text vergessen hatten!


Wie würden Sie den Look von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron beschreiben?

CHRIS HEMSWORTH: Diesmal haben wir an weit mehr Locations gedreht und sind weiter gereist. Deshalb findet sich in der Ästhetik ein Mix unterschiedlichster Orte, Stile und Bilder wieder. Das entspricht der größeren Komplexität der Story. In den Einzel-Filmen konnten wir die unterschiedlichen Figuren in ihrer Entwicklung beobachten, deshalb ist es so aufregend, alle zum zweiten Mal zusammenkommen zu sehen.


Zu Beginn sehen wir, wie die Superhelden im Avengers Tower zusammenarbeiten. Können Sie uns etwas über diese Kulisse erzählen?

CHRIS HEMSWORTH: Der Avengers Tower war ein unglaubliches Set, ohne Zweifel eines der beeindruckendsten, auf denen ich je gewesen bin. Es gehört zu Tony Starks Haus, musste also riesig und voll mit blinkendem High-Tech sein – und genauso war es. Zudem war es die erste Kulisse, in der wir als Gruppe alle zusammen drehten, deshalb war die Arbeit an der Partyszene so schön, bei der wir zusammenkommen und an die alten Zeiten anknüpfen konnten.

 


Welche Superhelden mochten Sie als Kind am liebsten?

CHRIS HEMSWORTH: Superman war, glaube ich, der einzige Film dieser Art, den ich als Heranwachsender überhaupt gesehen habe. Deshalb blieb er im Gedächtnis. Damals gab es Iron Man, Captain America, Hulk, Black Widow oder Vision ja noch gar nicht im Film.

Scarlett Johansson

Wie würden Sie die Avengers zu Beginn von Marvel’s Avengers: Age Of Ultron beschreiben? Und wie hat sich die Welt seit dem ersten Film verändert?

SCARLETT JOHANSSON: Zuerst ist alles wie immer, doch die Welt ist sich des restlichen Universums auf eine Weise bewusst, wie sie es in Teil 1 noch nicht war. Auch der Mann von der Straße kennt das Vokabular von Aliens und Weltraum-Reisen. Vor der Schlacht in New York hielten die Avengers den Ball flach und auch S.H.I.E.L.D. hielt sich äußerst bedeckt – jetzt aber werden sie anders wahrgenommen. Jeder beobachtet uns, deshalb sind wir jetzt in einer ganz anderen Situation.


Welche persönlichen Herausforderungen müssen die Avengers im Film meistern?

SCARLETT JOHANSSON: Jeder der Avengers hat sein ganz persönliches Päckchen zu tragen. Niemand von uns macht den Job freiwillig; der Job hat uns gewählt. Und der Widerwille, mit dem wir uns den Superhelden-Hut aufsetzen, gibt einige interessante Hintergrundstories her. Jeder hat seine eigene Geschichte und die lernen wir etwas näher kennen – das Publikum wird es lieben! Die Zuschauer nehmen viel mehr an unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und der Zukunft der Charaktere teil, das ist ziemlich cool.


Erzählen Sie uns etwas über die Romanze, die sich zwischen Black Widow und Bruce Banner entwickelt!

SCARLETT JOHANSSON: Bei diesen Figuren trifft augenscheinlich der Spruch „Gegensätze ziehen sich an” zu. Sieht man genauer hin merkt man aber, dass sie ziemlich viel gemeinsam haben. Ihre Beziehung ist kompliziert und ihre Liebe eigentlich unmöglich, aber sie existiert.


Wie zähmt Black Widow den Hulk?

SCARLETT JOHANSSON: Wie zähmt Natasha das Biest? Eine gute Frage! Sie schafft es interessanterweise mit etwas Menschlichkeit. Eigentlich warnt der Instinkt mit jeder Faser des eigenen Körpers davor, den Hulk zu berühren. Er ist nicht unbedingt der Typ, zu dem man geht und ihn kräftig umarmt. Und doch benötigt gerade dieses entfesselte Wesen eine sanfte Umarmung am meisten. Er braucht jemanden, der ihn an seine Wurzeln erinnert und ihm zeigt, dass er nicht allein ist. Man muss bei ihm bleiben und ihn dazu bewegen, zu sich selbst zurückzukehren. Sie entwickelt eine Art Therapeuten-Beziehung zum Hulk und das spiegelt vielleicht ihre mütterlichen Instinkte wider.


Wie ist es, eine weibliche Superheldin in einer Männer-dominierten Welt zu spielen?

SCARLETT JOHANSSON: Ich nehme mir einfach das Skript vor und lese meine Stellen durch – und zwar ausschließlich meine eigenen. Mir gefällt an der Rolle, dass sie auf etwas Tiefgründigem fußt, mit dem ich mich identifizieren kann. Sie ist ziemlich geerdet. Bislang musste sie einige Traumata überstehen und konnte nie für sich selbst entscheiden – jetzt aber ist sie frei und bereit dazu.


Sie waren während der Dreharbeiten schwanger. Wie haben Sie sich auf diese sportliche Rolle und die anspruchsvolle Motorrad-Szene vorbereitet?

SCARLETT JOHANSSON: Ich glaube nicht, dass man schwanger Motorrad fahren sollte. Peinlicherweise musste ich auf einer Art Jahrmarkt-Konstruktion sitzen, die sich nicht vom Fleck bewegt und absolut uncool ausschaut! Aber natürlich hat das Stunt-Team einige sehr professionelle und atemberaubende Motocross-Szenen gedreht, dank derer Black Widow jetzt wie eine echt heiße Braut wirkt.


Wie gefällt Ihnen das Körperliche an dieser Rolle?

SCARLETT JOHANSSON: Glücklicherweise habe ich ein Team um mich, das mir bei Widows Kampfszenen und der krassen Motorrad-Action gerne hilft. Dazu braucht es viel Choreografie und Teamspirit. Jeder Film ist aufs Neue aufregend, denn ich kriege neue Gerätschaften und Aufgaben. Gott sei Dank hat [Regisseur] Joss [Whedon] einige coole Moves für mich geschrieben, die mich wirklich lässig erscheinen lassen. Großartig!


Fassen Sie die Entwicklung von Black Widow im Film nochmal kurz zusammen!

SCARLETT JOHANSSON: Zu Beginn von Marvel’s Avengers: Age of Ultron hat man den Eindruck, die Truppe funktioniere automatisch und wie geschmiert. Bald aber ist das Intro rum und wir müssen uns echt reinknien. Gegen Ende von Marvel’s Avengers: Age of Ultron ist Widow etwas offener geworden und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. Ich denke ihre Erwartungen wurden enttäuscht, als sie sich für die Sache einsetzte, aber keine persönliche Wiedergutmachung dafür bekam – eine auf die sie so sehr gewartet hatte! Dann aber erkennt sie, dass sie zu Höherem berufen ist. Und auch wenn sie davon nicht unbedingt begeistert ist, fügt sie sich heldenhaft in ihr Schicksal. Sie nimmt die Herausforderung an, auch wenn sie dafür Opfer bringen muss. Und an diesem interessanten Punkt verlassen wir sie, vor all den verschiedenen Möglichkeiten. Wird sie dem Druck widerstehen, der auf ihr lastet, oder bricht sie zusammen und geht unter? Wir werden es wohl abwarten müssen…


Was würden Sie von einem Black Widow Solo-Film halten, in dem all die offenen Fragen geklärt werden?

Ein Black Widow Film wäre cool. Logisch! Ich freue mich immer, wenn ich den Catsuit anziehen darf!