Der von Ian Fleming erfundene Geheimagent James Bond existiert seit 1953 und hatte seinen ersten Auftritt im Roman „Casino Royale“, der ein Jahr später erstmals für das Fernsehen mit Barry Nelson in der Hauptrolle verfilmt wurde. Fleming schrieb bis zu seinem Tod zwölf Romane und einige Kurzgeschichten um den Agenten mit der Lizenz zum Töten. Aber auch zehlreiche weitere Autoren führten die Geschichten um James Bond weiter. Dazu zählte auch der im Jahr 2007 verstorbene britische Autor John Gardner. Von ihm stammen sechzehn Bond-Bücher, darunter die Romanfassungen der Drehbücher zu „Lizenz zum Töten“ und „GoldenEye“. Aus dem Jahr 1990 stammt sein Roman „Operation Jericho“ (Brokenclaw), der vor einigen Monaten als Taschenbuch im Cross Cult Verlag erschienen ist.

James Bond macht in Kalifornien Urlaub – doch prompt wird er Zeuge des Mordes an einem amerikanischen Agenten. M besteht darauf, dass Bond und das FBI zusammenarbeiten. Bald erregt Brokenclaw Lee, halb Chinese, halb Crow-Indianer, Bonds Aufmerksamkeit. Ein großer Mann, der Macht und Grausamkeit ausstrahlt. In San Francisco erfährt James Bond mehr über den geheimnisvollen Mr. Lee und sein Unterweltimperium sowie über fünf verschwundenen Wissenschaftler und ihre ultrageheime Arbeit. Und er lernt Chi-Chi kennen, seine neue wunderschöne Partnerin. Plötzlich ist das Leben wieder interessant. Und sehr sehr gefährlich.

Von den vielen Autoren, die nach Ian Fleming Bond-Bücher geschrieben haben, gefallen mit die von John Gardner am besten. Einerseits kommt er den Romanen von Fleming ziemlich nahe, andererseits lässt er in allen seinen Romanen einen eigenen Stil erkennen. „Operation Jericho“ ist vom Anfang bis zum Ende spannend und beim Lesen fühlt man sich wie in einem James Bond Film, der vor dem Auge des Lesers abläuft, mit dem favorisierten Hauptdarsteller. Die Geschichte ist unbedingt lesenswert und wäre auch ein netter Stoff für eine Verfilmung.

Taschenbuch / Cross Cult / 380 Seiten / € 14.-