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Dass Comics und Graphic Novels nicht immer nur von Superhelden handeln müssen, sollte ja schon lange bekannt sein, denn auch viele ernste Themen wurden schon mit Zeichnungen und Sprechblasen zu Papier gebracht. Ein ebenso ernstes wie aktuelles Thema ist der Hintergrund von „Drei Steine“ einer Graphic Novel von Nils Oskamp. Hier geht es um Rechtsextremismus und einen Jungen, der sich dem entgegenstellt und dafür fast mit seinem Leben bezahlt. Schauplatz der Geschichte ist Dortmund-Dorstfeld.

Nils wächst in den Achtzigerjahren in Dortmund-Dorstfeld auf. Weil er sich nicht seinen Mitschülern anschließt, die behaupten, der Holocaust sei eine einzige Lüge gewesen, stellen sie sich gegen ihn. Als Schüler kämpft er um sein Überleben, ohne dabei selbst zum Täter zu werden. Die Neonazis, in deren Visier er als Jugendlicher geriet, waren von den Kameraden geworben worden und machen mit dem rechtsextremen Terror, den sie verbreiten, heute noch Schlagzeilen.

Selten hinterlässt ein Comic oder eine Graphic Novel beim Lesen so ein ungutes Gefühl wie „Drei Steine“, und das ist keinesfalls negativ gemeint, ganz im Gegenteil. Nils Oskamp richtet hier einen Appell gegen rechte Gewalt an den Leser und auch gegen das Wegschauen, das ja leider auch nicht unüblich in unserer Zeit ist. Die spannende Geschichte ist zudem brillant gezeichnet und getextet. Ich würde mir wünschen, wenn diese Novel in den Schulunterricht Einzug nehmen würde. Euch kann ich diesen Band nur ans Herz legen, es lohnt sich.

Hardcover / Panini / 144 Seiten / € 19,99