Auf welchem System konnte man „Zombi“ von Ubisoft zuerst spielen? Auf der Wii U? Ganz weit gefehlt, denn das Spiel „Zombi“ wurde 1990 für den Commodore 64, Amstrad CPC, Atari ST und Amiga veröffentlicht. Dabei handelte es sich um eine Art Action-RPG, das sich stark an die Handlung des Films „Zombie“ von George A. Romero anlehnte. Mit dem aktuellen Spiel hat es freilich nichts weiter zu tun, als das auch heuer die Untoten dem Spieler das Leben schwer machen. Der Starttitel für die WiiU, und ohne Zweifel einer der besten, wurde von Ubisoft nun für die Xbox One und die PS4 portiert und steht nun als „Zombi“ in den jeweiligen Download-Shops bereit. Wir haben uns erneut durch das von Zombies überlaufene London gekämpft.

London ist von den Untoten überrannt worden. Weder von der Regierung, noch von der Queen hat man etwas gehört. In den Straßen herrscht Chaos. Ein Biss eines Untoten reicht und das Opfer ist infiziert und wird selbst zum Zombie. Und der Spieler wird hier gleich ins kalte Wasser gestossen, die Untoten nehmen Witterung auf und sehen im Spieler den nächsten Snack. Für eine Sekunde weiß man nicht wohin, als eine Stimme über Funk den Charakter zu einem Safehouse, einem gesicherten Raum, in einer U-Bahn-Station lotst. Diese Stimme gehört einem Mann namens Prepper und der lässt einem einige Infos zukommen, die uns auf die folgenden Einsätze vorbereiten sollen. Die sogenannten Safehouses sind Schlupflöcher, in denen sich der Spieler ausruhen und speichern kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass alle Türen geschlossen sind. Neben dem gleich zu Anfang bekannten Punkt, müssen die anderen aber erst entdeckt werden und manchmal ist das gar nicht so einfach.

Wer nun glaubt, dass er nun, bis an die Zähne bewaffnet, aberwitzige Aufgaben erfüllt, wird schnell auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Mal müssen Verteilerkästen angezapft werden, damit  die aktuelle Karte angezeigt werden kann, mal muss eine Key-Card besorgt werden, um eine bestimmte Tür zu öffnen. Und die Bewaffnung besteht zu Beginn aus einer Pistole mit lediglich sechs Patronen und einem Cricket-Schläger. Dazu gibt es nur eine Taschenlampe, bei der man darauf achten muss, dass der Akku nicht ausfällt. Schaltet man die Lampe aus, regeneriert sich die Energie, achtet man nicht darauf und sie geht im unpassenden Moment aus, steht man womöglich komplett im Dunkeln, während ein Zombie auf einen zuschlurft.

Hat der Spieler einen der Untoten erledigt, kann die Leiche geplündert werden, oftmals jedoch ohne Erfolg. Einige haben aber interessantes Gepäck dabei. Ganz oben auf der Wunschliste: stets knappe Munition und Heal-Packs. Hat man Pech, findet man zwar Munition, aber nicht für die Waffe, die man gerade trägt. Da stellt sich dann die Frage, ob man einen der raren Inventarplätze dafür hergeben mag, wenn man die Munition ohnehin zur Zeit nicht nutzen kann. Lässt man die Munition liegen und findet dann später die passende Waffe, hat man die falsche Entscheidung getroffen. Heal-Packs und Lebensmittel verbessern die Gesundheit. Und Gelegenheit, sich zu verletzen, gibt es genug. Ein falsche Sprung oder eine Rangelei mit einem Untoten, schon ist die Verletzung da. Ein Biss allerdings bedeutet das Ende. Ein Nahkampf mit mehr als einem Zombie ist kaum zu überleben. Und stirbt der Charakter, ist das permanent, man wird nicht am letzten Speicherpunkt wiedererweckt und hat seine ganze Ausrüstung noch dabei. Es geht im ersten Safehouse wieder los, mit einem neuen Charakter, ausgerüstet mit Cricket-Schläger, Pistole mit sechs Schuss und Taschenlampe.

Aber wie wir ja aus vielen Filmen und Spielen wissen, stehen gebissene Zombie-Opfer nach einer Weile wieder auf, selbst zum Untoten verwandelt. Und das passiert auch mit den gebissenen Charakteren. Kommt der Spieler mit dem neuen „Helden“ an den Punkt, wo er zuletzt gestorben ist, sieht er seine alte Figur, zum Zombie mutiert. Tötet er nun diesen Untoten, kann er ihn ausplündern und erhält seine alte Ausrüstung, Munition und Bewaffnung zurück. Genial.

Im Laufe des Spiels werden die Aufgaben natürlich immer umfangreicher, führen den Spieler in den Buckingham Palace oder den Tower von London, was oftmals viel Laufarbeit bedeutet. Aber selbst die bedeutet Hochspannung, da hinter jeder Ecke ein Zombie lauern kann. Und verpasst man einen der oben erwähnten Verteilerkästen, hat man auch keine Karte dabei. Natürlich läuft man auch nicht im ganzen Spiel nur mit Pistole und Cricket-Schläger rum, nach und nach bekommt man neue Waffen, aber auch hier ist die Munition knapp. Da gibt es Karabiner, Schrot-Flinten oder Scharfschützen-Gewehre. Auch eine Armbrust ist dabei.

Auch auf der Xbox One macht „Zombi“ richtig viel Spaß, vor allem, wenn man das Spiel noch nicht kennt. Alle anderen werden das Gamepad der WiiU vermissen, das hier richtig gut genutzt wurde. Die Grafik ist ganz ordentlich, aber bei Weitem nicht auf dem Niveau der aktuellen Konsolen, der Sound dagegen klingt auch auf der Xbox One erstklassig. Punkten kann das Spiel vor allem mit der innovativen Permadeath-Lösung, der hochspannenden Atmosphäre und vielen Schockmomenten. Ich kann euch das Spiel auch für die Xbox One empfehlen, zumal es als Download auch schon für rund zwanzig Euro zu haben ist.