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Im Jahr 1981 veröffentlichte Muse Software das Spiel „Castle Wolfenstein“ für den Apple II. Das Spiel war einer der ersten Vertreter des Stealth-Shooters und wartete als eines der ersten Games mit digitalisierten Sprachsamples auf. Es folgten Umsetzungen für C64, MS-DOS und die Atari Computer 400 und 800. 1984 erschien die Fortsetzung „Beyond Castle Wolfenstein“ für die gleichen Systeme. Im Mai 1992 veröffentlichte id Software den Titel „Wolfenstein 3D“, der wohl erste Ego-Shooter überhaupt. Neben einer PC-Version gab es Umsetzungen für nahezu alle derzeit aktuellen Systeme wie SNES, Atari Jaguar, Apple Iigs oder Acorn Archimedes. Weiter ging es im Jahr 2001 mit „Return to Castle Wolfenstein“ von Activision für PC, Mac, PS2 und Xbox. Und zwei Jahre später folgte der Multiplayer-Titel „Wolfenstein: Enemy Territory“. Auf Grund der Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen hatten alle Spiele in Deutschland einen schweren Stand, wurden indiziert oder sogar beschlagnahmt. Das wollte man bei „Wolfenstein“ im Jahr 2009 vermeiden und entfernte alle kritischen Symbole und Zeichen aus dem Spiel. Da jedoch ein Plakat in einer Szene übersehen wurde, wurden alle deutschen Versionen des Spiels von Activision zurückgerufen, das Spiel wurde nicht erneut veröffentlicht. Mittlerweile hatte sich ZeniMax Media die Rechte gesichert und so erschien im vergangenen Jahr das Spiel „Wolfenstein: The New Order“ für PC, Xbox One, Xbox 360, PS3 und PS4. Das Spiel bekam fast durchweg hohe Wertungen und kam auch bei den Spielern hervorragend an. Im vergangenen März kündigte Bethesda Softworks das Prequel zum Spiel „Wolfenstein: The Old Blood“ an, das die direkte Vorgeschichte zu „The New Order“ erzählen sollte. Mittlerweile ist das Spiel als Stant-Alone-Erweiterung erschienen und wir haben es uns auf der Xbox One angesehen.

„The Old Blood“ startet vor dem Ende des zweiten Weltkriegs und ist in acht Kapitel aufgeteilt. Die acht Kapitel wiederum bilden die zwei Episoden „Rudi Jäger und die Höhle der Wölfe“, sowie „Die dunklen Geheimnisse der Helga von Schabbs“.

Der zweite Weltkrieg steht kurz vor dem Ende und es sieht alles andere als gut für die Alliierten aus. Eine letzte Chance wäre die Basis von General Totenkopf, doch der Ort dieser Basis ist unbekannt. Die Pläne dazu befinden sich offenbar in der Burg Wolfenstein. Dort haben Rudi Jäger und Helga von Schabbs das Kommando. Während Rudi Jäger sich um seine Hunde kümmert, ist Helga von Schabbs ganz versessen darauf, unter der Burg nach Artefakten zu graben. Der Spieler übernimmt einmal mehr die Rolle von B.J. Blazkowicz, und infiltriert Burg Wolfenstein.

Oftmals hat der Spieler hier die Wahl, Feinde direkt anzugreifen oder zu versuchen, sie zu umgehen. Wichtigste Waffe und Werkzeug zugleich ist ein zweiteiliges Eisenrohr, mit dem B.J. Nicht nur Gegner lautlos ausschalten kann, es fungiert auch als Klettereisen und so kann der Spieler auch einige Wände und Felsvorsprünge erklimmen. Das Schleichen ist manchmal gar nicht so einfach, denn schon beim geringsten Kontakt wird Alarm ausgelöst und die Gegnerhorden stürmen auf den Spieler zu. Aber auch dafür ist der Spieler gerüstst. Ob Sturmgewehr, Pistole, Schrotflinte oder Granatenpistole, hier darf nach Herzenslust aus allen Rohren geballert werden, zumindest solange die Munition reicht. Aber es gibt genug Nachschub. Je nachdem, welche Vorgehensweise B.J. bevorzugt, erweitern sich nach und nach seine Fähigkeiten. So wird etwa die Magazinkapazität der bevorzugten Waffe vergrößert.

Spielerisch ist „The Old Blood“ mit „The New Order“, bis auf die neuen Klettereinlagen, nahezu identisch, und das ist gut so, gab es doch am Gameplay des Hauptspiels nichts auszusetzen. Wieder einmal erschafft das Spiel eine einzigartige Atmosphäre, dazu gehört die tolle, detailreiche Grafik, hier lassen sich so manche Anspielungen auf andere Spiele wie „Doom“ finden, der geniale Soundtrack und jede Menge neuer Gegner. Außer den entfernten Symbolen ist das Spiel komplett ungeschnitten und „The Old Blood“ kommt reichlich blutig daher. Mit rund acht Stunden Spielzeit ist der Umfang für ein Addon recht ordentlich und da das Spiel zu einem fairen Preis zu haben ist, kann ich es bedingungslos weiterempfehlen.