Im Jahr 1988 veröffentlichte Electronic Arts das von Interplay entwickelte Spiel „Wasteland“ für den Apple II, Umsetzungen folgten noch im gleichen Jahr für DOS-Computer und den Commodore 64. Das Rollenspiel war nach einem Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion angesiedelt und der Spieler musste sein Überleben im Ödland sichern. Runde 26 Jahre später sammelte das Studio InXile Entertainment über Crowdfunding Geld, um eine Fortsetzung zu machen. Bereits nach 42 Stunden war das Finanzierungsziel erreicht. Für PCs kam das Spiel im September 2014 auf den Markt. Deep Silver veröffentlichte in diesem Oktober die Konsolenversionen des Spiels für die Xbox One und die PS4. Wir haben uns auf der Xbox One in die Ödlande gewagt.

Im Jahr 1998 kam es zu einem nuklearen Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion, der einen Großteil der Menschheit vernichtete. Zu Beginn des Spiels zeigt uns ein Film, was passiert ist. Die wenigen verbliebenen Menschen müssen nun täglich um ihr Überleben kämpfen. Eine Gruppe von Ingenieuren der US-Armee war zum Zeitpunkt der Katastrophe gerade dabei, in einer Wüste eine Brücke zu errichten. Sie überlebten und übernahmen ein in der Nähe liegendes Gefängnis, wo sie Hilfesuchenden Schutz gewähren. Aus dem Gefängnis wurde das Ranger-Center und die Mitglieder durchsuchen das Ödland nach Vorräten und Überlebenden. Wasteland 2 spielt 15 Jahre nach den Ereignissen des ersten Spiels. Das rundenbasierte Spiel zeigt das Geschehen aus isometrischer Sicht.

Zunächst erstellt sich der Spieler eine Gruppe von vier Rangern. Dazu kann aus einer Reihe von vorgefertigten Charakteren ausgewählt werden, oder man erstellt seine eignen. Die Ranger lassen sich ganz nach Bedarf anpassen, sowohl optisch als auch vom Charakter her. Zum Team sollte natürlich unbedingt ein Sanitäter gehören, denn das Ödland ist alles andere als ungefährlich. Ist das Ranger-Team komplett, geht es auch schon raus ins Wasteland. Dort warten Sklavenhändler, Diebesbanden und weitere sympathische Zeitgenossen auf unsere kleine Gruppe. Die kann über das ganze Gebiet frei bewegt werden. Nur sollte man immer einen Blick auf die Wasservorräte haben und den nuklear verseuchten Gebieten aus dem Weg gehen. Verschiedene Missionen gilt es zu erfüllen, die jedoch immer wieder von Kämpfen gegen auftauchende Gegner und der Suche nach Wasser unterbrochen werden. Bei den Kämpfen ist Strategie gefragt, da auch diese rundenbasiert ablaufen und der Spieler pro Runde für jeden Charakter eine begrenzte Anzahl an Aktionspunkten aufbrauchen kann.

Ist einer der Charaktere am Boden, muss so schnell wie möglich der Sani her, ansonsten stirbt er. Das ist am Anfang noch nicht so problematisch, aber nach einigen Stunden Spielzeit baut man durchaus eine Bindung zu seinem Team auf und da ist der Tod eines Mitglieds nicht mehr ganz so lustig. Also immer schön vorsichtig in die Kämpfe gehen und für Nachschub an Medipacks sorgen. Glücklicherweise findet man auf den Erkundungstouren immer mal wieder neue Ausrüstung und Waffen, die die Kämpfe etwas einfacher machen.

Gefundene Gegenstände können manchmal kombiniert werden, andere können direkt verkauft werden. Nach und nach verbessern sich auch die Fähigkeiten unserer Ranger, Wasteland 2 ist eben auch ein Rollenspiel.

Mir hat Wasteland 2 wirklich gut gefallen, auch der Vorgänger hat damals auf dem C64 großen Spaß gemacht. Das Spiel bietet einen enormen Umfang, tolle anpassbare Charaktere, abwechslungsreiche Aufgaben und jede Menge Kämpfe im Ödland. Die Steuerung geht auf dem PC sicher leichter von der Hand, was vor allem für die Menüs geht, trotzdem wurde alles solide für die Konsole angepasst. Die Grafik schaut gut aus, beim Sound hätte man sich einige Sprecher mehr und etwas wenige Text zum Lesen gewünscht. Ansonsten kann ich euch das Spiel nur ans Herz umd am Besten in die Konsole legen, es lohnt sich.