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Seit 1952 gibt es die WWE, die größte Wrestling-Organisation, die damals noch Capitol Wrestling Federation hieß. Ab 1979 firmierte man unter WWF und seit 2002 unter dem heutigen Namen WWE. Neben Sport-Entertainment kümmerte man sich schon in frühen Jahren um Merchandising jeder Art, vom T-Shirt, über Sonnenebrillen bis zum Champion-Gürtel für Kinder. Aber auch im Bereich der Videospiele war man schon frühzeitig aktiv. So erschien das erste offizielle Spiel „MicroLeague Wrestling“ bereits 1987, kam allerdings noch als rundenbasiertes Strategiespiel daher. In den folgenden Jahren erschienen regelmäßig neue Games für die aktuellen PCs und Konsolen. Ab 2004 startete eine Serie von Spielen, von denen jährlich eine neue Version erschien, zunächst von THQ. Später übernahm 2K die Lizenz und im Jahr 2013 erschien mit „WWE2K14“ der erste Ableger des Publishers. Mittlerweile ist „WWE 2K17“ erschienen und lockt mir erweiterten Modi und vergrößertem Roster. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr deutlich auf dem Karriere-Modus, einige andere Modi wurde dagegen gestrichen. Der enthaltene Roster besteht aus 130 Wrestlern und Diven, darunter aktuelle Stars und Legenden aus vergangenen Zeiten. Einige wichtige Namen fehlen allerdings und lassen sich nur per kostenpflichtigen DLCs ins Spiel integrieren. Dazu fällt auf, dass das Spiel nicht auf dem aktuellen Stand der Ereignisse in der WWE (Brand-Split und Draft) ist, sondern einige Monate hinterherhinkt.

Zu Beginn der Karriere erstellt man sich einen Wrestler, der Editor bietet dafür unzählige Möglichkeiten, allein was das Aussehen betrifft. Nach den ersten Trainingseinheiten geht es in die Nachwuchsliga NXT, wo man sich die ersten Sporen verdienen kann, allein und im Tag-Team. Später geht es dann in die größeren WWE-Shows und PPVs. Der Einmarsch der Athleten ist wieder einmal toll anzusehen, mit den bekannten Musik-Stücken der Stars. Allerdings sollte man dabei, wenn die Kamera über das Publikum schwenkt, besser die Augen verschließen, denn das sieht einfach grauenhaft aus und zuckt im Gleichtakt wie eine Horde geklonter Zombies. Wenn man da an das Publikum in „NBA 2K17“ denkt, wird man neidisch. Aber auch einige Wrestler, vor allem die Diven, sind wirklich nicht schön anzusehen, besonders die Augenpartien. Hat aber auch einen Vorteil, dadurch ist unser selbst erstellter Wrestler der Schönste im Ring.

Die Matches selbst laufen im Prinzip so ab wie im Vorjahr. Die Möglichkeit, gegnerische Angriffe zu kontern wurde minimal verlängert, ist aber immer noch oft reine Glücksache. Mit den Kämpfen und dem Verkauf von Merchandise verdient man VC, die spielinterne Währung, mit der man wiederum Manager engagieren, Legenden freischalten oder weitere Spielelemente erwerben kann. Durch Interviews lassen sich zudem Eigenschaften und Ansehen als Heel oder Face festigen, was Auswirkung auf das Publikum hat. Allerdings laufen diese Interviews unverständlicherweise stumm mit Texten ab. Für die Kommentare ist mal wieder das Trio Cole, JBL und Lawler zuständig, aber die liegen mit ihren Sprüchen leider sehr oft daneben und scheinen sich auch nicht sonderlich für die Geschlechter der Wrestler im Ring zu interessieren. Zudem wiederholen sich die Comments in jedem Match.  

Im Universe Modus übernimmt der Spieler die Leitung, stellt eigene Roster zusammen, legt Kämpfe und Fehden fest und steigt auch selbst in den Ring. Ein schöner Baukasten, um sich seine eigene kleine Wrestling-Welt zu erschaffen. Und wer sich weiter kreativ verwirklichen möchte, kann einen der Editoren nutzen, um Shirts, Gürtel und vieles mehr zu entwerfen.

Für Wrestling-Fans gibt es keine Alternative zu „WWE 2K17“ und das Game spielt sich wirklich gut, doch leider fallen eben auch einige Dinge unangenehm ins Auge. Viele Wrestler sehen toll aus, einige andere dagegen einfach peinlich. Vor allem bei den Damen hat man sich offensichtlich wenig Mühe gegeben. Die Kämpfe selbst und die komplette Karriere machen sehr viel Spaß und auch der Universe Mode ist sehr gelungen. Insgesamt gesehen ein gelungenes Spiel, technisch in einigen Dingen allerdings nicht auf dem aktuellen Stand.