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Anfang der 90er Jahre taten sich drei Leute zusammen, um ein Kampfsportturnier auszurichten. Das waren der Werbefachmann Art Davie, der Filmregisseur John Milius (Conan, der Barbar) und Rorion Gracie, der Betreiber einer Jiu-Jitsu Schule. Zunächst sollte das Turnier unter dem Namen „War of the Worlds“ laufen, der übertragende TV-Sender betitelte es aber mit „Ultimate Fighting Championship“. Teilnehmer waren unter anderem Royce Gracie, der schließlich gewann, Ken Shamrock, Teila Tuli und Art Jimmerson. Der Rest ist Geschichte. Mittlerweile hat die UFC nahezu alle Konkurrenten aufgekauft und ist der einzige namhafte Veranstalter mit regelmäßigen PPV-Events. Da blieb natürlich auch die Videospielindustrie nicht untätig und schon auf der Sega Dremcast konnte virtuell im Octagon gekämpft werden. Nachdem THQ die Segel streichen musste, schnappte sich Electronic Arts die Rechte und veröffentlichte Spiele für die aktuellen Konsolen Xbox One und PS4. Vor Kurzem ist „UFC 3“ erschienen und wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.


Herzstück dieses Spiels, wie bei Sportspielen üblich, ist der Karrieremodus. Hier erstellt man sich einen Charakter, weiblich oder männlich, wählt die Gewichtsklasse, bei den Männern gibt es da eine deutlich größere Auswahl und bestimmt alle Details des Aussehens. Dann wird die Wahl schwieriger, denn der Kampfstil soll bestimmt werden. Ob Striker mit dem Schwerpunkt auf Schlägen und Kicks oder Submissionspezialist, mit dem Hauptaugenmerk auf Hebeltechniken am Boden, die den Gegner zur Aufgabe zwingen.


Ist alles ausgewählt, wartet schon der erste Kampf in einer kleinen Liga. Beim dritten Kampf sind ist dann auch eine Abordnung der UFC unter den Zuschauern, auf der Suche nach Talenten. Und dann lockt auch schon der erste Vertrag in der UFC. Hier gilt es, vor den Kämpfen sowohl das Training zu optimieren, als auch über Social Media Aktivitäten, den Hype zum Kampf hochzuschrauben. Für das Training stehen verschiedenen Gyms ur Verfügung, zu Beginn kann man sich aber nur die kleinsten davon leisten. Für jede Woche stehen 100 Punkte zur Verfügung, die auf Training und andere Aktivitäten verteilt werden müssen. So kann man in jedem Gym auch Angriff- und Abwehrtechniken dazulernen. In den Kämpfen geht es dann richtig zur Sache, oftmals auch ziemlich blutig. Sind die Vertragsvorgaben erfüllt, lockt ein lukrativerer Kontrakt. Ziel ist es, schließlich GOAT zu werden, Greatest of all Time. Ist das Ziel erreicht, kann man wählen, ob man weiterkämpft oder seine Karriere beendet. Zu der Zeit ist man mit einem Legendenvertrag auf Lebenszeit ausgestattet.


Die Kämpfe selbst sind inszeniert wie TV-Übertragungen, die Fighter sind großartig animiert, die Bewegungen realistisch und jederzeit flüssig. Die Steuerung geht gut von der Hand, mit einer Ausnahme, dem Bodenkampf in der Defensive. Sich hier zu befreien ähnelt mehr einem Glücksspiel. Und auch bei den bekannten Kämpfern gibt es jede Menge Stars der Szene. Bei den Frauen etwa Amanda Nunes und Ronda Rousey, bei den Männern Dan Henderson, Chuck Lidell, Mark Coleman, Alistair Overeem oder Stipe Miocic. Und auch Bruce Lee hat es wieder ins Spiel geschafft.


Als weitere Spielmodi gibt es einzelne Kämpfe, einen Knockoutmodus, der von Snoop Dogg kommentiert wird, einen Submission Showdown oder Stand and Bang.Was natürlich nicht fehlen darf, ist ein Ultimate Team Modus, der hier aber völlig fehl am Platze wirkt. Was bei Mannschaftssportarten wie Fußball noch Sinn macht, ist hier einfach überflüssig. Es stört aber auch nicht, man muss ihn ja nicht spielen. Wer es dennoch möchte, kann gegen echtes Geld Karten zukaufen.


Ohne Zweifel ist „UFC 3“ das beste MMA-Spiel, das bislang veröffentlicht wurde. Der Karrieremodus ist großartig und motivierend, andere Modi sind ebenfalls sehr unterhaltsam und eignen sich teilweise vorzüglich zum Trainieren. Die Social Media Aspekte machen Sinn und sind ebenfalls gut umgesetzt. Die Grafik ist in jeder Hinsicht klasse, auch der Sound lässt nichts zu wünschen übrig. Bei den Kommentatoren ziehe ich allerdings die englischsprachigen vor. Tolles Spiel, das ich nur weiterempfehlen kann. Wenn jetzt noch die Defensive im Bodenkampf besser gelöst worden wäre, hätte es die Höchstwertung gegeben.