Vor knapp zwei Jahren brachte Deck 13 mit der Wirtschaftssimulation „TransOcean“ eine frische Brise in das vor sich hin dümpelnde Genre. Am elften Mai steht nun der Nachfolger „TransOcean 2: Rivals“ in den Händlerregalen. Die Fortsetzung bietet nun neben verschiedenen Einzelspielernodi erstmals auch einen Multiplayermodus. Wir durften unsere Frachter schon ein wenig früher beladen und haben uns das Spiel angesehen.

Wie auch schon beim Vorgänger ist das Ziel von „TransOcean 2“, eine kleine Reederei zu übernehmen und zu einem global Player auszubauen. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Neu im Spiel ist das Regionensystem, in das die rund sechzig Häfen im Spiel eingeteilt wurden. Hat der Spieler bestimmte Aufträge in eben diesen Regionen abgeschlossen, bietet sich die Möglichkeit, in dem jeweiligen Hafen eine Zweigstelle der eigenen Firma aufzubauen. Dadurch erhält man Anteile an einem anderen Betrieb im Hafen, samt Gewinnbeteiligung. Somit fließen auch Einnahmen außerhalb des eigenen Schiffsbetriebes.

Drei Schiffstypen haben es in das Spiel geschafft, neben Containerschiffen und Tankern sind das auch sogenannte Bulk-Schiffe, die Schüttgut transportieren, wozu etwa Kohle zählt. Von den drei Typen gibt es zahlreiche verschiedene Vertreter in unterschiedlichen Größen und Preisklassen. Passende Finanzen vorausgesetzt, lassen sich die Schiffe auch auf- und umrüsten um zum Beispiel andere Fracht zu transportieren oder um die Geschwindigkeit zu erhöhen.

Es gibt wieder eine Einzelspieler-Kampagne und den freien Modus in zwei Varianten. Dazu gesellt sich nun ein Mehrspielermodus für bis zu acht Spieler. Hier geht es um die höchste Punktzahl, die sich durch erledigte Aufträge und errichtete Zweistellen erhöht. Dabei ist das verdiente Geld eher zweitrangig, was dem Konkurrenzkampf eine neue Richtung gibt. Und dabei muss man der Konkurrenz nicht tatenlos dabei zusehen, wie sich vielleicht an der eigenen Firma vorbeizieht, sondern kann eben dieses auch mit allerlei Sabotageaktionen verhindern.

Übrigens kann man auch wieder die eigenen Schiffe durch die engen Hafenbecken manövrieren, was gar nicht so einfach ist, eine Arbeit, die ich gerne den Hafenschleppern und -lotsen überlasse. Ansonsten verbringt man die meiste Zeit im Spiel damit, auszutüfteln, welche Routen am ertragreichsten sind und den dicksten Profit versprechen.

Ich hatte schon sehr viel Spaß mit dem Vorgänger und habe mich auch auf „TransOcean 2: Rivals“ sehe gefreut und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden, ganz im Gegenteil. Das Spiel bietet eine große Auswahl an Schiffen und Fracht, drei Spielmodi mit einem äußerst gelungenen Multiplayer-Part, der mit seinen Sabotageaktionen an J.R. und Cliff Barnes aus Dallas erinnert, die Möglichkeit, Zweigstellen zu errichten und damit macht es einfach Laune, die eigene Company wachsen zu sehen. All das lässt sich über übersichtliche Menüs und Karten steuern, bei Bedarf gibt es auch wieder das Mini-Spiel, in dem man die Schiffe durch den Hafen manövriert. Dazu gesellt sich eine sehenswerte Grafik und eine wirklich guter Soundtrack. Dieses Jahr hat ja schon einige Wirtschaftssimulationen hervorgebracht, für mich hat davon „TransOcean 2: Rivals“ ganz klar die Nase vorn.


Bert Werner