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Im Jahr 2000 kam mit „Shogun: Total War“ kam von Creative Assembly ein beeindruckendcs Strategiespiel auf den Markt. Die Besonderheit war die Mischung aus rundenbasierter und Echtzeit-Strategie. Während die politischen und diplomatischen Belange rundenbasiert abliefen, wurden die Schlachten in Echtzeit ausgetragen. Sechzehn Jahre später, mittlerweile liegen die Rechte seit einer ganzen Weile bei Sega, steht der zehnte Teil der Serie für PC und MacOS in den Läden und erstmals kommt es zu einer Verschmelzung der Total War Reihe mit der Tabletop-Legende Warhammer. Weiterhin ist das Team von Creative Assembly für die Entwicklung zuständig. Wir haben uns das Spiel angesehen.

Fans der Total War Reihe müssen sich ein wenig umstellen, denn der historische Kontext, den die Spiele bislang inne hatten, fehlt hier natürlich. Angesiedelt ist das Spiel in der sogenannten Alten Welt, und dort herrscht seit Jahrtausenden Krieg. Und so kommt der Kaiser Karl Franz kaum zur Ruhe, wozu auch die Vampire der Grafschaft von Sylvania beitragen und im Süden des Kontinente stehen sich die Armeen der Orks und der Zwerge gegenüber. Und doch lauert noch eine weit größere Gefahr auf die Welt, in Norden droht eine Invasion der Chaos-Armee. Der Spieler hat nun die Wahl aus den vier Fraktionen Menschen, Zwerge, Grünhäute und Vampiren, mit denen er sich der Bedrohung des Chaos entgegenstellen will.

Bevor es jedoch so weit ist, muss das eigene Volk auf Linie gebracht werden, denn das ist auch untereinander nicht immer so gut befreundet, wie es sein sollte. Doch immerhin hat jede Fraktion auch Helden zu bieten, die der Spieler wie in einem RPG aufleveln und ausrüsten kann. Dazu hat jeder Held seine eigenen Questreihen, samt gewaltigen Schlachten. Dazu kommen Anführer in den Armeen, die ebenfalls hochgelevelt werden können, können aber nicht wie die Helden besondere Aufgaben übernehmen, etwa als Attentäter.

Wer sich schon einmal mit dem Warhammer-Universum auseinandergesetzt hat, dürfte die Alte Welt kennen, und die ist richtig groß, meines Erachtens nach, die größte, die die Total War Serie bisher zu bieten hatte. Die Karte wird nach und nach aufgedeckt, bietet abwechslungsreiche Landschaften mit Bergen, Wäldern und Flüssen. Das Land wiederum ist in Provinzen eingeteilt, die aus mehreren Städten bestehen. Und hier kommt mal wieder Politik ins Spiel, denn es müssen immer wieder wichtige Entscheidungen getroffen werden. Soll eine Stadt ausgebaut werden, stellt sich die Frage, was man damit erreichen will. Soll der Ausbau mehr Gold in die klammen Kassen spülen oder soll die Bevölkerung wachsen? Alles hat seine Vor- und Nachteile und immer wieder muss der Spieler Kompromisse eingehen.

Während die Politik und die Diplomatie genug Zeit zum Nachdenken bieten, geht es in den imposanten Schlachten weniger gemächlich zu. Ohne Taktik und Strategie steht man hier auf verlorenem Posten und man schickt immerhin tausende Soldaten in den Kampf und die Ausrichtung und Platzierung der Formationen entscheiden über Sieg oder Niederlage. Da kommt das alte Total War Feeling auf, auch wenn hier Magier und Riesenspinnen an der Seite von Menschen, Orks, Vamiren oder Zwergen kämpfen. Die Schlachten sind dermaßen toll in Szene gesetzt, dass es selbst eine Freude ist, wenn man unterliegt.

Ein wenig kenn ich mich mit Strategiespielen wohl aus, immerhin bin ich seit den seligen SSI-Zeiten auf dem C64 am Start, aber ich muss sagen, ich habe bislang kein auch nur annähernd so perfektes Spiel wie „Total War: Warhammer“ auf dem Rechner gehabt. Hier stimmt einfach alles, die Grafik ist wunderschön, der Sound ist klasse, die Geschichte des Spiels ist episch und stellt so manchen Fantasy-Roman in den Schatten. Dazu kommt ein unglaublich abwechslungsreiches Gamesplay, tolle Charaktere, die einem im Kopf bleiben wie die Protagonisten in einem Kultfilm und Schlachten, die dem Strategen im Spieler alles abverlangen. Fünf Sterne sind unsere Höchstwertung, „Total War: Warhammer“ hätte sechs verdient.