Nachdem der Entwickler inXile bereits „Wasteland 2“ über die Crowfunding Plattform Kickstarter finanziert hatte, wurde auch das nächste Projekt dort vorgestellt, „Torment: Tides of Numenera“, ein inoffizieller Nachfolger des Kultspiels „Planescape: Torment“. Das Finanzierungsziel von 900.000 Dollar wurde bereits sechs Stunden nach dem Start erreicht, am Ende kamen 4,2 Millionen Dollar zusammen. Mittlerweile ist das Spiel für die Xbox One, PS4, PC, macOS und Linux erhältlich. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.


Gleich zu Beginn gilt es für den Spieler, einige Fragen zu beantworten, die Antworten daraus fließen in die Charaktererstellung ein. Dieser kann männlich oder weiblich sein und eine von drei Klassen darstellen. Das sind der Glaive, der einem Krieger entspricht, der Jack ist ein Schurke und der Nano schließlich ein Technomagier. Danach wird der Charakter als gottähnliches Wesen wiedergeboren und macht sich auf die Suche nach seinem Schöpfer, dem sogenannten Changing God. Die Story spielt sehr sehr weit in der Zukunft, die Menschheit existiert schon lange nicht mehr und durch eine böse Macht die sich „The Sorrow“ nennt, droht auch den Castoffs, zu denen der Charakter gehört, Gefahr. Aber schon zu Beginn des Spiels wird klar, wer sich nicht durch Unmengen an Texten arbeiten möchte, wird nicht viel Spaß mit „Torment“ bekommen.


Doch eben diese Texte sind Hauptbestandteil des Spiels und sind nötig, um die unheimlich komplexe Geschichte zu erzählen. Der Schwerpunkt in diesem SF-Rollenspiel liegt halt mehr auf der Geschichte, als auf Kämpfen. Eben so, wie es früher bei den Pen& Paper RPGs der Fall war. Und wie es bei Rollenspielen die Regel ist, wird auch hier viel Wert auf die Entwicklung des eigenen Charakters gelegt. Die Möglichkeiten, Attribute und Skills zu verbessern, sind vielseitig. Im Spiel selbst hat jede Entscheidung, jede Interaktion und jeder Dialog, den man mit NPCs führt, Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Und so zieht „Torment“ den Spieler immer tiefer in seinen Bann.


Im Laufe des Spiels schließen sich dem Charakter auch weitere Mitstreiter an. Kommt es zu Konflikten, besteht oftmals die Möglichkeit, diesen über geschickt geführte Dialoge beizulegen, kommt es aber zum Kampf bieten sich dem Spieler sehr viele taktische Möglichkeiten. Und auch beim Tod des Charakters ist das Spiel noch nicht zu Ende, denn das Ableben versetzt ihn in das Labyrinth der Verstoßenen, das aus mehreren Ebenen besteht und viele interessante Informationen birgt.


Ich muss sagen, der Anfang des Spiels ist mühselig und speziell auf der Konsole muss man sich an die vielen Texttafeln erst gewöhnen, aber wenn man den zähen Beginn überstanden hat, zieht einen die fantastische Story in ihren Bann und es fällt fortan immer schwerer, das Spiel aus der Hand zu legen. Die Grafik schaut gut aus und auch der Sound kann durch die Bank überzeugen. Die Steuerung geht nach einigen Eingewöhnung gut von der Hand. „Torment: Tides of Numenera“ ist ein tolles Spiel und ein Pflichtkauf für alle Rollenspielfreunde.