Vor Kurzem ist das Independent-Spiel „This is the Police“ erschienen. Der Spieler übernimmt hier die Rolle eines Polizeichefs, der zum Ruhestand gedrängt wurde und nur noch ein halbes Jahr Dienstzeit vor sich hat. Jack Boyd ist sein Name und der Spieler muss fortan für ihn die Entscheidungen treffen. Wir haben uns das PC-Spiel angesehen.

Zu Beginn des Spiels erfahren wir ein wenig darüber, wie es zu Ausgangssituation gekommen ist, dann beginnt schon der erste Tag. Wir sehen eine Karte der Stadt und am unteren Rand die Copes, die gerade in unserem Review Dienst haben. Im Laufe der Schicht kommen verschiedene Notrufe rein, zu denen man die Streifenpolizisten schicken kann. Jedoch gibt es mehr Notrufe, als Cops verfügbar sind und so muss der Spieler Prioritäten setzen, die sich auf Boyds Bewertung niederschlagen. Zudem ist es wichtig, welche Polizisten man zu welchem Einsatz schickt. Einen Cop, der die Nacht durchgefeiert hat, sollte man nicht fahren lassen, unerfahrene Frischlinge nicht allein zu gefährlichen Tatorten schicken.

Dazu kommt, dass man all diese Entscheidungen immer unter Zeitdruck treffen muss. Bei den Einsätzen, die in Textform daherkommen, sind manchmal weitere Entscheidungen gefragt, etwa, ob man einen Laden, der überfallen wurde, stürmt, oder sich hineinschleicht. Zum Schluss erfährt der Spieler, wie der Einsatz gelaufen ist, ob es Todesopfer bei Zivilisten und Cops gab und ob es Festnahmen gab.

Eine Besonderheit sind Mordfälle, hier ermitteln die Detectives und schalten durch ihre Arbeit Bilder frei, die der Spieler an Hand von Zeugenaussagen in die richtige Reihenfolge bringen muss, um so den Tathergang zu rekonstruieren. Das bringt ein wenig Abwechslung in den ansonsten immer gleich ablaufenden Alltag. Dann ist ein Tag schon wieder rum und vor der nächsten Schicht wird die Geschichte weitererzählt, um Boyd, den Bürgermeister und der Mafia.

Und weitere Entscheidungen sind zu treffen, denn der Bürgermeister hat Wünsche und Forderungen, die man erfüllen kann, oder auch nicht, ebenso wie die Mafia. Und hier taucht dann auch das größte Problem des Spiels auf, denn erfüllt man dem Bürgermeister nicht jeden noch so unsinnigen Wunsch, werden zur Strafe Stellen gestrichen, bis man kaum noch Polizisten übrig hat.

Nach längerer Spielzeit bekommt man unweigerlich das Gefühl, egal, wie man sich entscheidet, man macht es verkehrt. Erledigt man Aufträge für die Mafia wartet irgendwann der Knast, folgt man dem Bürgermeister, meutern die eigenen Cops und zieht man sein eigenes Ding durch, führt das in jedem Fall zu gestrichenen Stellen. Das Resultat ist dann, dass das eigene Revier nicht mehr funktioniert. Das merkt man aber erst nach eben längerer Spielzeit und die Motivation, das Ganze dann ein drittes oder viertes Mal zu versuchen, sinkt in den Keller.

Mit Minimalgrafik und ansprechendem Sound schaut „This is the Police“ ganz ordentlich aus, die Steuerung ist kinderleicht, was man vom Spiel selbst allerdings nicht sagen kann. Und genau das ist das Problem, denn man hat das Gefühl, das man niemals die wirklich richtige Entscheidung treffen kann, und nach einigen Versuchen hört der Spaß auf und man verliert jede Lust am Spiel. Dabei hätte das Game so viel Potenzial, was aber offensichtlich verschenkt wurde. Schade, da war deutlich mehr drin.