Im Jahr 2014 veröffentlichte das polnische Entwicklerstudio das Spiel „This War of Mine“.Das ungewöhnliche Spiel warf den Spieler in einen Krieg, in dem er um sein nacktes Überleben kämpfen musste. Dabei ging es aber nicht darum, vor Waffen strotzend gegen den Feind anzutreten, sondern man fand sich als Zivilist mit anderen Überlebenden in einer zerbombten Häuserruine wieder. Nun galt es, zum Beispiel Lebensmittel zu finden und hin und wieder harte Entscheidungen zu treffen. Das Spielprinzip gab den Entwicklern recht und „This War of Mine“ wurde ein echter Erfolg. Nun ist mit „This War of Mine: The Little Ones“ eine neue Version des Spiels erschienen, die wir uns auf der Xbox One angesehen haben.

Auch in der Version für die Xbox One finden wir uns in einem beschädigten Haus wieder und werden gleich, ohne weitere Erklärungen ins kalte Wasser geworfen. Was zu tun ist, und wie man das macht, muss der Spieler selbst herausfinden. So müssen Schlafplätze und eine Kochstelle gebaut werden, auch an die Kälte sollte man denken. Doch noch immer tobt ein schrecklicher Krieg und außerhalb des Lagers ist es überall gefährlich. Das kann man nur nachts wagen und der Spieler und seine Gruppe können nach Wasser und dringend benötigter Nahrung suchen.

Nur gemeinsam kann man überleben und so sollte jede Entscheidung genauestens abgewogen werden. Schließlich trägt man auch die Verantwortung für seine Gruppe. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie weit man gehen würde, um sein Leben und das seiner Gruppenmitglieder zu sichern. Andere ausrauben, wenn es nötig ist? Stehlen oder sogar töten? Diese moralischen Fragen machen „This War of Mine: The Little Ones“ zu einem ganz besonderen Spiel. Denn was nützt das reine Gewissen, wenn man dann ansehen muss, wie seine Freunde den Lebensmut verlieren oder ganz einfach verhungern? Andererseits macht ein schlechtes Gewissen die Moral der Gruppe sicher nicht besser. Und so gibt es kaum einen idealen Lösungsweg.

Wichtig ist, immer Kontakt zu seinen Kameraden zu halten, zu versuchen, sie in Gesprächen aufzubauen, soweit das möglich ist. Und da der Winter naht, kommen die nächsten Probleme. Die Unterkunft muss ausreichend geheizt werden, ansonsten sind Krankheiten vorprogrammiert und für die entsprechende Medizin kann man eben nicht in die nächste Apotheke gehen. Und geht die Gruppe raus, um Vorräte zu suchen, muss man damit rechnen, „Besuch“ von anderen Gruppen zu bekommen, die wiederum die eigenen kargen Vorräte plündern.

Gespielt werden kann „This War of Mine: The Little Ones“ mit vorgegebenen Charakteren oder selbst erschaffenen. Und bei den selbst erstellten Charakteren, mit Namen von Freunden oder Familienmitgliedern bekommt das Spiel noch einmal eine persönliche Note, die die ganzen Entscheidungen noch schwerer machen. Ziel des Spiels ist es, bis zum Ende des Krieges zu überleben und nicht zu einer Zahl in der Opferstatistik zu werden.

Macht „This War of Mine: The Little Ones“ Spaß? Diese Frage muss man wohl mit nein beantworten, trotzdem ist es ein großartiges Spiel. Und die vielen drastischen Entscheidungen, die man als Spieler treffen muss, regen zum Nachdenken an, wie man in der Realität reagieren würde, wenn man in solch eine Situation geraten würde. Die Atmosphäre des Spiels ist sehr düster, was durch die gelungene Grafik noch verstärkt wird. Die Musik ist klasse, leider gibt es keine Sprachausgabe. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt. Tolles Spiel, dass ich nur empfehlen kann.