Vor 32 Jahren tauchte ein italienischer Klempner in seinem ersten eigenen Spiel auf, „Mario Bros.“. Das Spiel tauchte zunächst in den Spielhallen als Automat auf, wurde aber schon im gleichen Jahr zum Beispiel für das Atari VCS umgesetzt. Nun, mehr als drei Jahrzehnte später und viele Konsolengenerationen weiter bekommt der Spieler nun die Gelegenheit, seine eigenes Mario-Spiel zu bauen. Dafür hat Nintendo „Super Mario Maker“ veröffentlicht, das für die WiiU erschienen ist.

Die beliebten Mario-Spiele sind ein Dauerbrenner, egal, für welches Spiel sie im Laufe der Jahre erschienen sind. Dabei ist das Grundkonzept der Jump'n'Runs eigentlich immer gleich geblieben. Dennoch boten die Level immer ein Höchstmaß an Abwechslung. Dies kann nur buchstäblich ins Unendliche gesteigert werden, denn mit Super Mario Maker gibt Nintendo den Spieler einen Level-Editor in die Hand, mit dem er sein eigenes Spiel kreieren kann.

Mein erster Gedanke war, dass das alles furchtbar kompliziert ist und die Steuerung stundenlange Einarbeitung benötigen würde, aber weit gefehlt. Mit dem Pad der WiiU geht alles gut von der Hand und die Funktionen hat man nach ein paar Minuten Rumprobieren schon verinnerlicht. Man wählt einfach ein Objekt aus der Leiste am oberen Rand aus und platziert es im Level. Hier lässt es sich mit dem Stylus auch ganz einfach verschieben. Unten links befindet sich eine Filmklappe, einmal angetippt kann das frisch gestaltete Level auch schon gespielt werden.

Insgesamt bietet der Baukasten 60 Objekte und damit kann der Spieler aus dem Vollen schöpfen. Mir ist nicht aufgefallen, dass irgendetwas fehlen würde, was man aus anderen Mario-Games kennt. Ob Plattformen, Hindernisse oder Gegner, alles ist dabei, was das Herz des Spielers begehrt.

Vier Spielstile, die sich an den Mario-Klassikern anlehnen, stehen zur Wahl, das sind Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World und New Super Mario Bros. U. Entsprechend sind hier die Fähigkeiten des Klempners und auch der Grafikstil ist anders. So kann sich Mario in Super Mario Bros. 3 in einen Waschbären verwandeln und so weiter. Um die Level abwechslungsreich zu gestalten stehen zudem sechs Szenarien zur Auswahl: Oberwelt, Untergrund, Unterwasser, Spukhaus, Luftschiff und Festung.

Doch am Anfang stehen noch nicht alle Funktionen zur Verfügung, der Spieler muss sich mit dem Editor beschäftigen und erhält dafür am nächsten Tag zur Belohnung neue Funktionen. Spielt man an jedem Tag damit, sollte nach neun Tagen alles zur Verfügung stehen. Dadurch wird der Spieler nicht gleich zu Beginn mit der Auswahl erschlagen und kann jeden Tag etwas neues ausprobieren.

Hat man in der Werkstatt einen Level beendet und ihn auch selbst durchgespielt, gibt man ihm einen Namen und kann ihn auf die Server von Nintendo hochladen. Somit haben Spieler auf der ganzen Welt die Möglichkeit, ihn auszuprobieren und Kommentare dazu zu hinterlassen. Der Spieler bekommt auch eine Statistik, um zu sehen, wie oft etwa dieser Level gespielt wurde. Dazu stehen dem Spieler unzählige Level von anderen Spielern zum Ausprobieren zur Verfügung.

Die Gestaltung eigener Level macht unglaublich viel Spaß, und spätestens beim Durchspielen merkt man, wie schwer es ist einen ausbalancierten Schwierigkeitsgrad zu finden. Schafft man es selbst nicht, seinen eigenen Level zu meistern, darf man ihn auch nicht anderen Spielern zur Verfügung stellen. Die Möglichkeiten, die dem Spieler hier gegeben werden, sind schier unerschöpflich. Ein Buch, das mitgeliefert wird, gibt zudem Tipps zur Gestaltung der Level. Dazu kommt eine perfekte Steuerung des Editors und viele verschiedene Szenarien, Welten und Objekte. Für mich ist „Super Mario Maker“ der bislang beste Titel, der für die WiiU erschienen ist.