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Im Mai 2010 wurde von Rockstar Games das Spiel „Red Dead Redemption“ für die damals aktuellen Konsolen Xbox 360 und PS3 veröffentlicht. Das Open-World-Spiel, angesiedelt im Wilden Westen, kam bei den Spielern ebenso gut an wie bei den Kritikern. Zwar sorgte ein Addon für neue Abenteuer, aber auf eine echte Fotzsetzung warteten die Fans eine lange Zeit. Nun ist es endlich so weit und „Red Dead Redemption 2“ steht in den Läden. Erschienen ist das Spiel für die Xbox One und die PS4. Wir haben uns „Red Dead Redemption 2“ auf der Xbox One angesehen.


Der Beginn des Spiels kommt gleich filmreif daher. Arthur Morgan, Hauptfigur von „Red Dead Redemption 2“ reitet mit der berüchtigten Gang von Dutch van der Linde. Sie sind auf der Flucht, vor den Pinkerton Detektiven und vor anderen Banden. Die Reise durch die Berge in einem Schneesturm ist beschwerlich für Mensch und Pferd und es muss schnellstens ein rettender Unterschlupf gefunden werden. Zumal man einen schwer verletzten Mann in einer der Kutschen transportiert. Schließlich findet die Gruppe ein paar verlassene Gebäude, wohl ehemalige Bergarbeiter-Unterkünfte. Nun haben sie zumindest Schutz vor dem Wetter und können sich ausruhen, aber die Vorräter sind knapp und so bestehen die ersten Aufgaben darin, Lebensmittel und Arznei zu besorgen und auf die Jagd zu gehen. Dabei lernt man gleich die, zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftige, Steuerung kennen. Nach ein paar Runden mit dem Pferd geht diese aber ebenso gut von der Hand, wie Arthur Morgan seinen Revolver zieht.

„Red Dead Redemption 2“ spielt in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, also zum Ende des Wilden Westens. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die gefährlichen Banden gejagt und zur Strecke gebracht, während der wilde Westen langsam zivilisierter wird. Und der Spieler hat die Wahl, Missionen anzunehmen und so die Story weiterzubringen oder selbständig durch die riesige offene Welt zu streifen. Und hier kommt eine völlig neue Art von Realismus ins Spiel.

Die Welt ist unglaublich detailreich und ändert sich im Laufe des Spiels stetig. Arthur Morgan muss darauf achten, regelmäßig zu essen und zu trinken, sonst sinkt seine Gesundheit. Auch sein Aussehen ändert sich, so wachsen etwa Haare und Bart, Abhilfe schafft hier ein Besuch bei einem Barbier in einem der zahlreichen Orte. Dort kann man auch Stunden in einem Saloon beim Poker verbringen. Alle Charaktere scheinen etwas zu tun zu haben und stehen nicht nur als Füllmaterial herum. Es gibt rund 200 Tierarten, einige davon laden zur Jagd ein. Ein erlegtes Tier kann gehäutet werden, das Fell verkauft werden. Man kann auch das ganze Tier zum Unterschlupf der Bande bringen, damit die Leute dort versorgt werden. Dafür darf der Weg aber auch nicht zu weit sein, sonst könnte das Fleisch verderben.

Der Spieler kann Banken ausrauben oder Züge überfallen, oder einfach einen der unzahigen NPCs. Dadurch sinkt seine Ehre, die er durch gute Taten wieder anheben kann. Viel Ehre bedeutet bessere Konditionen in den Geschäften der Städte. Bekommt Arthur ein neues Pferd, muss er erst Vertrauen aufbauen. Mit jeder Steigerung erhöhrt sich Ausdauer und Reittempo. Schusswechsel gibt es natürlich auch, und davon reichlich. Es kann aber nur eine begrenzte Anzahl an Waffen mitgeführt werden. Einige mehr kann auch das Pferd tragen, etwa eine Flinte oder ein Repetiergewehr.

Sehr interessant sind die NPCs, denn mit jedem einzelnen von ihnen kann der Spieler beziehungsweise Arthur Morgan, kommunizieren. Und auch hier hat der Spieler die Wahl, freundlich ins Gespräch zu kommen, um vielleicht eine Mission oder Informationen zu bekommen, die nützlich sein könnten, oder aber einen Kampf zu riskieren. Auch bei Missionen steht man oft vor Entscheidungen, etwa wie man mit Zeugen verfahren soll, ob man einen Safe sprengt oder versucht, ihn anderweitig zu öffnen.

Das Spiel ist sehr dialoglastig und das ist großartig, denn die Gespräche sind perfekt in Szene gesetzt. Rund 1000 Leute haben den vielen Figuren ihre Stimmen geliehen und so entstehen immer wieder filmreife Gespräche. So entsteht keinerlei Routine, es wiederholt sich auch nach längerer Spielzeit nichts und immer wieder geschehen Dinge zum ersten Mal.

Die Spielwelt besteht aus vier fiktiven Staaten der USA mit unzähligen Orten, unterschiedlichen Landschaften, von verschneiten Bergen über stinkige Sümpfe bis zu staubigen Orten. Überall gibt es unglaubliche Details zu bewundern und zu entdecken. Und wer gerade keine Lust auf Missionen hat, verbringt seine Zeit im Saloon, nimmt einen Drink oder spielt Karten, sammelt Zigarettenbilder oder geht eine Runde angeln.

Was soll ich zu „Red Dead Redemption 2“ sagen? Wie viele Fans habe ich den Vorgänger mehrere Male komplett durchgespielt und Jahre lang auf die Fortsetzung gewartet. Und wie ist das Ergebnis? Es ist perfekt. „Red Dead Redemption 2“ ist nicht nur das Spiel des Jahres für mich, es ist das beste Spiel, das ich jemals spielen durfte, und ich spiele auf Konsolen mittlerweile seit rund vierzig Jahren. Grafik, Sound, Cutscenes, Dialoge, hier passt einfach alles. Unsere Höchstwertung sind fünf Sterne, „Red Dead Redemption 2“ hätte noch ein paar Sterne mehr verdient.