Seit es Homecomputer gibt, gibt es Wirtschaftssimulationen und im Laufe der Jahre wurde da alles simuliert, was man sich nur vorstellen kann. Von Fußballvereinen über Ölimperien bis zum Münz-WC. Aber fast immer war dafür ein Computer nötig, auf Spielkonsolen schafften es nur ganz wenige Genre-Vertreter. Den Versuch startet nun das Spiel „Prison Architect“, dass bislang nur für den PC erhältlich war und nun auch für die Xbox One umgesetzt wurde.

Wie der Titel schon andeutet, geht es im Spiel um die Leitung eines Gefängnisses. Herzstück des Spiels ist das Endlosgame, aber davon sollte man zu Beginn erst einmal die Finger lassen, denn die Komplexität von „Prison Architect“ benötigt ein wenig Einarbeitung. Und da kommen die Story-Missionen, von denen es fünf gibt, gerade richtig. Hier lernt der Spieler nicht nur die Steuerung und die vielen Optionen kennen, sondern wird auch gleich ins kalte Wasser des Knastalltags geworfen, Mafiakrieg, korrupte Cops und Todesstrafe inbegriffen.

Sicher mag die Steuerung mit einer Maus ein wenig bequemer sein, aber überraschenderweise klappt alles mit dem Pad der Xbox One auch ohne Probleme. So lässt sich etwas mit der Y-Taste die Zeit manipulieren und auch ganz anhalten, um etwa einen neuen Bau zu planen. Und ein Gefängnis von Grund auf zu planen ist schon eine Herausforderung, die aber sehr unterhaltsam daherkommt. Neben den Zellen, die zumindest ein Bett, eine Tür und ein WC voraussetzen sind viele weitere Räumlichkeiten gefragt. Man sollte aber auch für Beschäftigung unter den Gefangenen sorgen, etwa mit einem TV-Gerät, sonst kommt es zu Frust, der ganz schnell in Gewalt umschlägt.

Personal muss eingestellt werden, das mit ein paar Wachen anfängt, aber noch lange nicht aufhört. Ein Hausmeister ist ganz praktisch, ein Arzt kann Drogenentzüge anbieten und bei allem darf man die Finanzen nicht aus dem Blick verlieren. Doch trotz aller Mühen, den Gefangenen das Knastleben zumindest ein wenig erträglicher zu machen, entlädt sich manchmal der aufgestaute Hass und es kommt zu einem Aufstand. Hier hilft ein SWAT-Team, das für solche Einsätze ausgebildet wurde und per Steuerkreuz gerufen werden kann. Der Spieler schickt das Team dann an die entsprechende Position, wo es seine Arbeit dann selbständig aufnimmt.

So funktioniert die Sache auch bei Bränden, wo man entsprechend die Feuerwehr alarmiert. Neben den Story-Missionen und dem Endlosspiel gibt es noch weitere Szenarien. Und wem das immer noch nicht reicht, dem bietet sich die Möglichkeit, sich bei der Welt der Direktoren kostenlos zu registrieren und kann fortan die Gefängnisse anderer Mitglieder herunterladen und spielen.

Wie leitet man ein Gefängnis? Diese Frage stellt sich dem Spieler, der entweder dafür sorgen kann, dass die Gefangenen immer noch ein lebenswertes Leben führen oder er lässt sie tagtäglich ihre Vergehen büßen. Und von der Planung über den Bau bis zur Leitung des Alltags liegt alles in der Hand des Spielers. Das alles wurde für die Xbox One hervorragend von der PC-Version umgesetzt. Das Spiel schaut gut aus, die englische Sprachausgabe, mit deutschen Texten, ist klasse und das Spiel besitzt eine enorme Komplexität. Sicher eine der besten WiSims, die es jemals auf eine Konsole geschafft haben, und das für rund 20 Euro. Klasse.