Im Jahr 2006 erschien mit „Prey“ ein Ego-Shooter für die Xbox 360 und den PC. Hier übernahm der Spieler die Rolle eines jungen Cherokee, der sich gegen eine ganze Alien-Armada zur Wehr setzen musste. Das Spiel kam bei Kritikern und Spielern gleichermaßen gut an. Bethesda kündigte auch eine Fortsetzung an, jedoch wurde das Projekt nach Unstimmigkeiten 2014 eingestellt. Nun steht seit einigen Wochen ein Reboot des Spiels mit gleichem Titel in den Läden. Das Spiel, das inhaltlich nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat, ist für die Xbox One, PS4 und PC erschienen.


Der Spieler schlüpft in die Rolle von Morgan Yu, einem Wissenschaftler. Ob dieser männlich oder weiblich daherkommt, kann der Spieler zu Beginn auswählen. Und alles beginnt recht gemächlich. Yu wacht in seinem schicken Appartement auf und bereitet sich auf den ersten Arbeitstag in einem neuen Job bei der Transtar Corporation vor. Durch widrige Umstände findet sich Yu aber plötzlich auf der Raumstation Talos 1 wieder. Und die wurde von Aliens überrannt, die offenbar das komplette Personal ausgelöscht haben.


Yu muss nun einen Ausweg aus dieser Raumstation finden und erfährt nebenbei auch so einiges über die eigenen Identität. Dabei versuchen Yu's Bruder Alex und die seltsame January über Funk Yu zu beeinflussen. Die meisten Informationen erhät man jedoch, indem man alles ganz genau absucht, Audiobotschaften anhört und jedes Detail unter die Lupe nimmt. Nur so kommt man etwa an Key-Cards, mit denen sich Türen zu versperrten Bereichen öffnen lassen.


Hin und wieder finden wir auch Waffen, Munition und lebenswichtige Vorräte. Doch die Ressourcen sind ziemlich knapp, daher dient als Hauptwaffe ein simpler Schraubenschlüssel. Und der Feind ist Yu in jeder Hinsicht überlegen. Da wären etwa die Mimics, die sich in jeden Alltagsgegenstand verwandeln können und so muss man sich selbst Schreibtischlampen oder Papierkörben mit nötiger Vorsicht nähern. Die Phantoms, Menschen nicht unähnlich, haben telepathische Fähigkeiten, mit denen sie Explosionen auslösen können, ohne vor Ort zu sein. Und da sie Aliens immer in der Überzahl sind, sollte man von der zur Verfügung gestellten Schnellspeicherfunktion regen Gebrauch machen, damit kein Frust aufkommt.


Jedoch findet sich in schier ausweglosen Situationen eigentlich immer ein Fluchtweg, man muss nur aufmerksam genug sein, um ihn auch zu finden. Morgan Yu hat aber auch einige Möglichkeiten, die seine, oder ihre, Fähigkeiten verbessern, zum Beispiel, indem man sich Neuromods implantiert, die sechs verfügbare Skillbäume verbessern.


Wichtigste Waffe im Spiel, neben dem Schraubenschlüssel, ist die Gloo-Kanone, die einen Schaumstoff verschießt, der nicht nur Gegner extrem verlangsamt, so dass sie ein leichtes Ziel für einen gezielten Schlag mit dem Werkzeug sind, sondern nebenbei auch Feuer löschen kann oder eine Treppe errichtet. Und so ist man immer auf der Suche nach Munition für diese Kanone. Dabei gilt es, alles einzusammeln, was man finden kann. Vom Zigarettenstummel bis zur Bananenschale. Diesen Müll kann man in einer der zahlreichen Recyclinganlagen auf Talos 1 in Wertstoffe verwandeln. Damit wiederum geht man zu Fabrikatoren, bei denen man gefundenen Blaupausen für Waffen oder Medikits nutzen kann, um diese herzustellen.


Von den ersten Minuten an schafft es „Prey“ eine düstere, beklemmende Atmosphäre zu schaffen, wie man sie von Filmen wie „Alien“ kennt. Das Spiel ist spannend und die vielen Puzzles erinnern an die Half Life Serie. Grafisch ist das Spiel, dank Cry Engine, beeindruckend, auch am Sound gibt es nichts auszusetzen. Die Steuerung geht gut von der Hand. Die Besonderheit des Spiels ist allerdings, dass es nahezu überall etwas zu entdecken, zu enträtseln oder einfach einzusacken gibt, was einem mehr über die Hintergründe verrät oder einfach mit wichtigem Nachschub versorgt. Allerdings ist der Schwierigkeitsgrad recht knackig, da wird man die Schnellspeicherfunktion lieben. Tolles Spiel, unbedingt ausprobieren.