Vom japanischen Entwicklerteam Gust, das vor allem durch die Spiele-Serie Atelier bekannt ist, stammt das Rollenspiel „Nights of Azure“, das von Koei Tecmo für die PlayStation 4 veröffentlicht wurde. Und die Geschichte spielt an einem Ort, der offenbar gar nicht mal so weit weg zu sein scheint, auf einer Insel mitten in der Nordsee. Wir haben uns das Spiel angesehen.

Es gibt eine geheimnisvolle Insel in der Nordsee, die auf keine Karte verzeichnet zu sein scheint. Denn die Insel birgt Gefahren, seit sie von einem Dämonenkönig mit einem Fluch belegt wurde. Das war das Resultat aus einem Kampf des Dämonenkönigs und einer Heiligen, den der König für sich entscheiden konnte. Die Folge des Fluchs sind ziemlich fies, nachts kann sich kein Mensch mehr nach draußen wagen, denn dann wird die Insel von schrecklichen Dämonen heimgesucht. Um diesen Fluch zu brechen, muss sich eine junge Heilige opfern, so sagt es zumindest eine alte Prophezeiung.

Diese Heilige ist Lilysee und zu ihrem Schutz kehrt die Kriegerin Arnice auf die Insel zurück, schließlich kennen sich die beiden schon ein ganzes Leben lang und haben schon so einiges zusammen erlebt. Soweit zur Story, die wirklich gut erzählt wird und für die passende Atmosphäre sorgt. Um das Schicksal der Insel abzuwenden werden reichlich Dämonen geschnetzelt. Doch das muss unsere tapfere Kriegerin nicht ganz allein tun, ihr stehen sogenannte Servans zur Verfügung, die im Kampf die verschiedenen Funktionen von typischen RPG-Party-Mitgliedern einnehmen, also angreifen können, als Tank fungieren oder als Heiler auftreten.

Dabei kann der Spieler gleich vier Decks mit Servans zusammenstellen und mitführen. Jeweils einer der Helfer funktioniert als Anführer des Decks und erscheint automatisch, alle anderen müssen erst beschworen werden. Das erlaubt viele taktische Varianten und macht die Kämpfe sehr abwechslungsreich. Neben der Rettung der Insel mit vielen Kämpfen gibt es aber auch noch jede Menge anderer Sachen zu erledigen. Zahlreiche Quests und Nebenmissionen können angenommen werden, es gibt immer wieder neue Orte zu entdecken und es gibt auch Tagesaktivitäten, die wiederum Punkte einbringen, mit denen der Spieler die Attribute von Arnice verbessern können.

Belohnungen gibt es auch durch Arena-Kämpfe, die immer wieder nach anderen Regeln ablaufen. Mal stehen hier nur bestimmte Servans zur Verfügung, mal dürfen nur die Servans in den Kampf ziehen, Pokemon lässt grüßen.

„Nights of Azure“ ist ein gelungenes Rollenspiel mit einer wunderschönen Geschichte, hübscher Grafik und einem fast schon epischen Soundtrack. Die Musik ist hier einfach hervorragend. Die Kämpfe sind abwechslungsreich und auch sonst gibt es genug zu tun. Da kann man locker darüber hinweg sehen, dass das Spiel im japanischen Original belassen wurde und es lediglich englische Untertitel gibt. Das Einzige, was den Spaß beim Spielen etwas trübt, ist die Framerate, die bei den Kämpfen leider hin und wieder für nervige Ruckler sorgt.