Im Jahr 1994 erschien mit „Need for Speed“ ein Rennspiel, das illegale Autorennen auf belebten Strassen zum Thema hatte und mit unzähligen Automodellen und Tuningmöglichkeiten punkten konnte. Erschienen ist das Spiel für den PC, PlayStation, 3DO und den Sega Saturn. Im Jahr 1997 erschien eine Fortsetzung und seit dem ist in jedem Jahr ein neues Spiel der Serie für die jeweils aktuellen Systeme veröffentlicht worden. Eine Ausnahme bildete nur das vergangene Jahr, aber da konnten sich die Fans immerhin den Kinofilm „Need for Speed“ mit Aaron Paul ansehen. In diesem Jahr stand dann unter gleichem Titel ein Reboot der Spieleserie an. „Need for Speed“ wurde für die Xbox One, PS4 und PC veröffentlicht.

Die Handlung des Spiels ist schnell erzählt, der Spieler schließt sich einer Gruppe von rennbegeisterten Leuten an und nimmt fortan an Rennen teil, die inoffiziell in dem kleinen Städtchen Ventura Bay veranstaltet werden. Und diese Stadt ist ein wenig seltsam, nicht nur, dass es ständig regnet, es wird auch niemals hell, die Rennen finden also ständig in feuchten Nächten statt. Was wohl den Hintergrund hat, mit entsprechenden Lichteffekten punkten zu können und die können sich wirklich sehen lassen. Trotzdem sieht Abwechslung sicher anders aus.

Die Story wird dabei von Cut-Scenes mit realen Schauspielern weitergebracht. Nur sind gegen diese Dialoge die Gespräche, die man aus dem Nachmittagsprogramm der Privatsender kennt, oscarreif. Dazu nervt das Telefon, denn immerzu ruft einer dieser Typen an, sogar während des Rennens. Am liebsten hätte ich das virtuelle Telefon aus dem virtuellen Wagenfenster gepfeffert.

Wie man es schon von den unzähligen Vorgängern gewohnt ist, verfügt auch „Need for Speed“ über eine eingängige Steuerung, die leicht von der Hand geht. Immerhin liegt hier der Spaß am Rennen im Fokus, und keine Simulation. Alles Weitere kann per Tuning angepasst werden, was auch für die Optik der Fahrzeuge gilt. Und eben diese Autos sehen atemberaubend schön aus, da gibt es wirklich nichts zu meckern. Was leider nicht für die Umgebung gilt, die Stadt wirkt nur auf den ersten Blick hübsch, schaut man genauer hin, erkennt man hässliche Bäume und leblosen Kulissen.

Hin und wieder ist auch die Polizei auf den Strassen zu finden und nimmt die Verfolgung der Verkehrsrowdys auf. Und je höher die eigene Fahndungsstufe ist, um so heftiger werden die Verfolger, Strassensperren mit Nagelbändern inbegriffen. Wird man erwischt, blutet das eigene Konto, entkommt man, wird dem Spieler der verursachte Schaden gutgeschrieben. Ansonsten laufen die Rennen wir bekannt ab, es gibt Zeitrennen ebenso wie Driftwettbewerbe. Solospieler treten gegen die KI-Konkurrenz an, die aber keine wirklichen Gegner sind. Gegen echte Mitspieler sind die Rennen deutlich spannender und man muss ohnehin ständig online sein.

„Need for Speed“ ist ein nettes Rennspiel, das aber mit zu vielen Fehlern daherkommt, um es der Konkurrenz vorzuziehen. Die Grafik der Autos ist klasse, die der Umgebung weniger, der Sound ist toll, die Zwischenszenen eher zum Fremdschämen. Ständiger Nachtmodus und ein nerviges Handy tun ihr Übriges. Sicher ist „Need for Speed“ kein Totalausfall, aber leider auch bei weitem nicht der erhoffte Hit.