Im Jahr 2002 erschien das Spiel „Mafia“ für die Xbox, PS2 und den PC. Die Mischung aus Action und Action-Adventure, gepaart mit Rennspielelementen kam bei den Spielern sehr gut an und vor allem die Charaktere der Figuren mit Anleihen bei Filmen wie „Good Fellas“ konnten überzeugen. Acht Jahre später erschien dann endlich die lang erwartete Fortsetzung „Mafia II“. Das Spiel wurde für die Xbox 360, PS3, Windows und Mac OS X veröffentlicht. Auch dieses Gangster-Epos kam bei Spielern wir Kritikern sehr gut an. Trotzdem musste man weitere sechs Jahre auf den dritten Teil warten, der seit einigen Wochen für die Xbox One, PS4 und Windows erhältlich ist. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Die Geschichte verschlägt uns in das Jahr 1968. Der Vietnamkrieg ist noch ebenso aktuell wie offener Rassismus in den USA. Hauptfigur ist der Vietnamveteran Lincoln Clay, der nach einigen Jahren im Einsatz zurück in seine Heimatstadt, nach New Bordeaux kommt. Der farbige Clay wird nicht als Kriegsheld empfangen, sonder wegen seiner Hautfarbe beleidigt und wird in so manches Lokal der Stadt gar nicht erst hineingelassen. Die Weise macht schon bald Kontakt mit den zwielichtigen Geschäften seiner Ersatzfamilie, und das alles endet in einer Tragödie. Die italienische Mafia tötet seine Familie und er selbst kann dem gleichen Schicksal nur äußerst knapp entkommen. Also fasst Lincoln Clay den Entschluss, nicht nur blutige Rache zu nehmen, sondern auch die Geschäfte der Stadt an sich zu reißen.

Das geht natürlich nicht allein, also muss Clay seine eigene „Familie“ gründen. In dem er verschiedenen Leuten hilft, wächst seine Organisation und somit nach und nach seine Macht. Und schließlich fällt ein Mitglied der Mafia nach dem anderen Clay zum Opfer. New Bordeaux fängt das Flair der späten 60er Jahre gekonnt ein und viele Details sorgen für eine stimmige Atmosphäre, von den wunderschönen Autos bis zu den tollen Hits im Radio.

Da kommt man sich schon fast wie in einem interaktiven Mafia-Film vor. Vor allem bei den Schießereien. Und die gehen schon mal recht blutig über die Bühne, Clay ist schließlich kein Feinmechaniker, sondern eher Schlachter. Ob mit Messer oder Schießeisen, unser Clay zeigt keine Gnade bei seinem Rachefeldzug. Spezialangriffe im Nahkampf kommen dann besonders brutal daher. Man kann sich aber auch an seine Opfer heranschleichen, um sie möglichst lautlos auszuschalten. Per Pfiff lassen sich diese auch in eine Stille Ecke locken. Die hellsten Kerzen auf der Torte scheinen die KI-Gegner ohnehin nicht zu sein.

Es macht aber auch Spaß, sich einfach ins Auto zu setzen und die schöne und recht große Stadt zu erkunden. Allerdings wünscht man sich hier ein wenig mehr Möglichkeiten, es lassen sich lediglich eine Handvoll Läden ausrauben. Immerhin ist die Polizeipräsenz hier nicht so hoch wie bei den Vorgängern und so muss man schon einiges anstellen, damit es zur ersten Verfolgungsjagd kommt. Dann geht es aber ordentlich zur Sache und die Verfolger stellen sich gar nicht so dumm an. Nebenbei können auch wieder unzählige Sammelobjekte eingesackt werden.

Grafisch kann das Spiel auf ganzer Linie überzeugen, die Darstellung einer Stadt der 60er Jahre ist toll gelungen und sehenswert. Auch die Zwischensequenzen, die die Story weitererzählen, lohnen sich. Der Sound ist hervorragend, was die Synchro der Hauptfiguren, der Geräusche und des Soundtracks betrifft, über die Dialoge der Nebenfiguren hängen wir lieber den Mantel des Schweigens, letzteres hätte denen auch besser zu Gesicht gestanden. Die Steuerung wiederum ist wie bei den Vorgängern prima. Der ansonsten gute Gesamteindruck wird allerdings durch viele kleinere Bugs getrübt, die man bei solch einem Spiel einfach nicht erwarten sollte.