Der im Jahr 1936 geborene John Madden war ein talentierter College-Football-Spieler, der sowohl in der Defense als auch in der Offense eingesetzt werden konnte. 1958 bekam er einen Vertrag beim NFL-Team der Philadelphia Eagles, verletzte sich jedoch in einem Trainingslager am Knie so schwer, dass er nie in der NFL zum Einsatz kam. Seine Karriere als Trainer war von deutlich mehr Erfolg gekrönt. Zunächst coachte er die Linebacker der Oakland Raiders, wurde dann 1969 zum Headcoach befördert und übte die Position bis 1978 aus. Seine Mannschaft gewann 1876 den Superbowl. Von 1980 bis 2009 arbeitete Madden als Kommentator, heute verbindet man seinen Namen mit dem jährlich erscheinenden Football-Spiel von EA Sports. Erstmals erschien das Spiel 1988. Im vergangenen Monat, wie seit Jahren im August, kurz vor dem Start der NFL-Saison, ist „Madden 17“ erschienen. Die Jahreszahl bezieht sich dabei jeweils auf den entsprechenden Superbowl der aktuellen Spielzeit, der eben 2017 stattfindet. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.

Ist man nicht Fan von Sportspielserien wie Fifa, NHL oder Madden, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob es jedes Jahr ein neues Spiel zum vollen Preis sein muss, wenn auch schon der Vorgänger hohe Wertungen erzielt hat, würde es doch auch ein Update als DLC tun, oder? Nun, es gab in den letzten Jahren sicher immer wieder mal ein Spiel, welches diese Bedenken durchaus bestätigt hat. Darum widmen wir uns in diesem Test hauptsächlich dem, was „Madden 17“ neues zu bieten hat. Und dabei geht es nicht nur um den Cover-Athleten, in diesem Jahr Rob Gronkowski, der hoffentlich vom legendären Madden-Fluch verschont bleibt.

Für die aktuelle Version hat EA sowohl das Angriffsspiel als auch die Defense komplett überarbeitet. Bei Ballbesitz verfügen die Spieler nun über Special-Moves, die sich über die jeweilige Position des Spielers definieren. Kleine Spieler sind wendiger und sprinten schneller, die großen Typen sind noch bulliger. Wie gewohnt greift einem das Programm hilfreich unter die Arme, sodass man die neuen Bewegungen schnell verinnerlicht hat. Bei der Defensive hat die KI ordentlich dazugelernt und ahnt jetzt auf Grund von erlernten Taktiken Spielzüge des Gegners voraus und gestaltet die Verteidigung entsprechend.

Habt ihr euch die letzte NFL-Saison im TV angesehen? Dann sind euch sicher die Microsoft Surfaces, Tablet PCs, der Trainer aufgefallen. Die sind nun hier auch zu sehen, nur ein Beispiel, wie detailreich die Präsentation der Spiele mittlerweile ist. Sie lassen sich kaum noch auf den ersten Blick von einer Live-Übertragung im Fernsehen unterscheiden. Auch die Kameras sind auf dem aktuellen Stand der aktuellen NFL-Sendungen. Neu ist auch Madden NFL 365, ein Service, der jeden Tag aktuelle Ereignisse aus der Football-Welt in das Spiel überträgt.

„Madden 17“ ist den Kauf wert, ohne jeden Zweifel. Die Neuerungen sind zwar jetzt keine grundlegenden Änderungen, verbessern das ohnehin schon sehr gute Vorgängerspiel aber noch einmal merkbar. Ob Steuerung in der Offense oder Defense, die verbesserte Grafik und der noch geilere Sound, alles wird übertroffen von der nahezu perfekten Präsentation der Spiele. Ohne zu übertreiben ist „Madden 17“ das mit Abstand beste Football-Spiel, das jemals erschienen ist und es wird schwer, im kommenden Jahr weitere Verbesserungen zu finden.