Im Jahr 1979 schuf der Australier George Miller mit „Mad Max“ einen Streifen, der heute als Kultfilm gilt. Der Polizist Max Rockatansky nimmt hier blutige Rache an einer Biker-Gang, die seine Sohn getötet haben. Im Jahr 1981 folgte die Fortsetzung „Mad Max II – Der Vollstrecker“ mit einem völlig anderen Hintergrund. Die Handlung wurde in ein postapokalyptisches Ödland verlegt, wo die Überlebenden um die letzten Ressourcen, vor allem Benzin, kämpfen. Nach einer weiteren Fortsetzung war dann 1985 erst einmal Schluss mit Mad Max. In diesem Jahr kam dann mit „Mad Max: Fury Road“ ein Reboot der Serie in die Kinos, das sich eher am zweiten Teil der Serie orientierte. Und auch auf Spielkonsolen durfte sich Max nun austoben, denn nur kurze Zeit nach dem Kinostart kam das Spiel „Mad Max“ in die Läden, das schon im vergangenen Jahr durch die Präsentation auf dem Gamescom viel Neugier wecken konnte. Wir haben uns Mad Max auf der Xbox One angesehen.

Es ist passiert, die Menschheit hat sich fast komplett selbst vernichtet, nach einem Atomkrieg sind die Städte zerstört, die Meere sind ausgetrocknet. In dieser gigantischen Wüste ist Max mit seinem Auto unterwegs, als er von Plünderern überfallen wird, die ihm sein Fahrzeug stehlen. Der bucklige Mechaniker Chumbucket findet den verletzten Max und beide fassen gemeinsam den Plan, ein ganz besonderes Auto zu bauen, den Magnum Opus.

Davon ist zu Beginn allerdings nur ein Gerüst zu sehen. Nötige Bauteile lassen sich durch das Absolvieren von Missionen und durch das Sammeln von Schrott, hier eine Art Währung, auftreiben. Nach und nach wird das Fahrzeug so immer weiter ausgebaut, zu einer fahrenden Waffe, gespickt mit Harpunen, Sniper Rifle und Messern, die andere Fahrzeuge aufschlitzen. Die Werte von Max selbst können auch verbessert werden, das funktioniert bei einem mysteriösen Fremden im Tausch gegen Münzen. Die Lebensenergie von Max füllt sich nicht automatisch auf, das geht nur, indem er Wasser trinkt oder Nahrung zu sich nimmt, beides ist recht rar. Deshalb sollte Max bei jeder Gelegenheit seine Flasche auffüllen, um im Notfall eine kleine Reserve zu haben.

Die Missionen haben zumeist den Zweck, den Einfluss von verschiedenen Banden in dem jeweiligen Gebiet zu mindern. Das geschieht durch das Erobern von Hauptquartieren, das Zerstören von Vogelscheuchen oder Sniper-Türmen. Zerstörte Gebäude und Fahrzeuge liefern Schrott, hin und wieder findet man auch Bauteile für das eigene Hauptquartier, so lassen sich etwa Benzin-Probleme lösen. Denn ohne Sprit läuft nichts und das Fahrzeug sollte bei jeder Gelegenheit vollgetankt werden.

Das Einzige, was noch rarer ist, als Wasser und Benzin, ist Munition, die man nur selten findet und dann auch höchstens mal zwei Patronen. So sollte die Schusswaffe nur im absoluten Notfall eingesetzt werden. Die meisten Kämpfe finden somit mit Fäusten Messern oder Keulen statt. Oft geht es auch gegen viele Gegner gleichzeitig, da sollte man besonders auf die Abwehr von Schlägen, per Y-Button, achten, um so einen schmerzhaften Konter einzuleiten.

Die Missionen in Mad Max wiederholen sich sehr oft, trotzdem macht das Spiel auch nach einigen Stunden noch sehr viel Spaß. Denn hier wird einfach eine geniale Atmosphäre erzeugt, die auf den Spieler übergeht. Die Fahrten mit dem Magnus Opus, der immer weiter verbessert wird, machen einfach Laune, vor allem mit dem schrägen Chumbucket an Bord, der unser Auto jederzeit wieder repariert. Die Kämpfe sind fordernd und dazu sorgen Rennen oder Stunt-Herausforderungen für Abwechslung. Das alles wird mit einer wunderschönen Grafik präsentiert, die offene Welt sieht einfach großartig aus. Auch der Sound kann sich hören lassen, allerdings gibt es hier nur eine englische Synchronisation mit englischen Untertiteln. Wegen den Akzents vieler Sprecher und reichlich Genuschel ist hier teilweise kaum etwas zu verstehen und in Action-Sequenzen noch Untertitel zu lesen ist nahezu unmöglich. Ansonsten ist Mad Max ein wirklich tolles Spiel.