Vor mehr als elf Jahren erschien ein Spiel für PC und Mac, das noch heute von Millionen von Spielern gespielt wird. Kaum zu glauben? Nicht, wenn dieses Spiel „World of Warcraft“ heißt. Zwar gab es immer mal wieder Rückgänge bei den Nutzern festzustellen, doch der große Erfolg des Spiels ist bis heute ungebrochen. Dazu tragen natürlich auch die Erweiterungen bei, die immer wieder neue Inhalte in das Spiel bringen und die Welt vergrößern. So machte im Jahr 2007 „The Burning Crusade“ den Anfang, 2008 folgte „Wrath of the Lich King“, 2010 veränderte Todesschwinge in „Cataclysm“ die komplette Spielwelt, 2012 wurden Pandaren in „Mists of Pandaria“ eingeführt und 2014 erschien „Warlords of Draenor“. Die nächste Erweiterung, die angekündigt wurde, war „Legion“ und kaum eine Erweiterung wurde bislang von den Spielern so herbeigesehnt wie eben diese. Nun ist „Legion“ erschienen und es gibt kaum negative Kritiken. Wie haben uns einige Zeit mit „Legion“ auf PC und MAC beschäftigt.

Als am 30. August um Mitternacht die ersten Spieler in „Legion“ online gingen erwarteten viele Wartezeiten, Server-Crashs oder Ähnliches. Noch nichts davon geschah, alles lief völlig ohne Probleme und so konnte man gleich das Spiel genießen, offenbar dank einer recht langen Beta-Phase. Auf das Hauptspiel und die vorherigen Erweiterungen werden wir hier nicht eingehen, sondern wollen euch ein wenig darüber erzählen, was „Legion“ so mitbringt.

Da wäre als erstes die neue Heldenklasse, nach dem Todesritter erst die zweite im Spiel, der Dämonenjäger. Der geht auf Level 98 im neuen Startgebiet Mardum auf Questsuche. Der Dämonenjäger ist ein Nahkämpfer und kann so sowohl als Damage Dealer oder Tank fungieren. Die mangelnde Rüstung (Leder) macht er durch seine unglaubliche Beweglichkeit wett. Bewaffnet mit zwei Gleven, Augenlaser und der Möglichkeit, sich in eine Dämonenform zu verwandeln ist der Dämonenjäger eine beeindruckende neue Klasse, die sich sehr gut spielt. Eine Einschränkung gibt es allerdings, lediglich Nacht- oder Blutelfen können die neue Klasse wählen.

Als nächste wichtige Neuerung sollte die legendäre Artefaktwaffe genannt werden. Jeder Charakter, der die vorherige Höchststufe 100 erreicht hat, bekommt eine Questreihe, an deren Abschluß als Belohnung eben diese Waffe winkt. Und diese Waffe hat es wirklich in sich. So etwa einen eigenen Talentbaum, auf dem insgesamt 18 Verbesserungen freigeschaltet werden können. Dafür wird eingesammelte Artefaktmacht investiert. Eine andere Waffe wird euer Held bis zur neuen Höchststufe 110 nicht mehr brauchen, es gibt auch keine bessere. Die Verbesserungen lassen sich zusätzlich mit Relikten erweitern, auch das Aussehen der Waffe kann mit Skins angepasst werden, so rennen dann nicht alle Spieler einer Klasse mit der exakt gleichen Waffe herum.

Als neuer Kontinent stehen die Verheerten Inseln zur Verfügung. Hier dient die neue Ordenshalle als Hauptquartier. Hier trifft man sich mit Klassen-Kollegen, etwa anderen Jägern oder Schamanen, schickt wie in der Garnison NPCs auf Missionen und wertet seine neue Waffe auf. Die Verheerten Inseln bieten fünf neue Zonen, in vier davon werden die Stufen individuell angepasst, so dass der Spieler aussuchen kann, wo er beginnen möchte, ob in Sturmheim, Azsune, Hochberg oder Val'Sharah. Auch die fünf neuen Dungeons in diesen Gebieten kommt mit der Stufenskalierung daher. Und in allen diesen Gegenden macht das Questen unglaublich viel Spaß, es gibt tolle Orte zu entdecken, spannende Kämpfe und neue Belohnungen. Da fühlt man sich fast wie zu Beginn des Spiels vor mehr als zehn Jahren. Auch die Geschichte, die hier erzählt wird, ist fantastisch und sorgt dafür, dass es keinen Moment Langeweile gibt.

Lust auf neue Dungeons? Kein Problem, mit „Legion“ gibt es gleich zehn neue, wobei sich acht davon in verschiedenen Schwierigkeitsgraden spielen lassen. Zwei weitere, der Hof der Sterne und der Arkus können nur im schwierigsten, dem mythischen Modus gespielt werden. Und wem das alles noch nicht reicht, der kann auf die neue Variante „Mythisch Plus“ warten, die den Schwierigkeitsgrad immer weiter anhebt. In ein paar Tagen wird zudem der erste Raid von „Legion“, der Smaragdgrüne Alptraum freigeschaltet.

Hat der Spieler erst einmal die neue Höchststufe 110 erreicht, gibt es trotzdem noch reichlich zu tun. So etwa die neuen Weltquests, Soloabenteuer oder Kopfgeldjagden auf Weltbosse. Das PVP wurde grundlegend geändert, nun  muss man dafür keine spezielle Ausrüstung mehr anlegen, um eine Chance zu haben, dafür sorgt ein neues Talentsystem.

Bislang war bei den Erweiterungen immer „Cataclysm“ mein persönlicher Favorit, aber mit „Legion“ hat Blizzard ein Meisterwerk abgeliefert, das unglaublich viel Spaß macht. Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu erleben. Es macht wieder Spaß, seinen Berufen nachzugehen und Mats zu farmen, die Quests und die neuen Dungeons sind großartig, die Grafik wurde ordentlich verbessert, am Sound gab es ohnehin nichts auszusetzen. Schaut euch Legion an, es lohnt sich wirklich, eine epische Erweiterung, die unsere Höchstwertung mehr als verdient hat.