Das amerikanische Entwicklerstudio Netherrealm ist bekannt für seine Beat-em-up-Spiele. Schon 1992 landete man dort mit dem Spielautomaten „Mortal Kombat“ einen riesigen Hit, der unzählige Male fortgesetzt und für alle erdenklichen Systeme umgesetzt wurde. Im Jahr 2013 kam dann mit „Injustice – Gods among us“ ein Prügelspiel im DC Comics Universum heraus und konnte ebenfalls überzeugen. Nun, vier Jahre später, steht endlich der Nachfolger „Injustice 2“ in den Läden. Wir haben uns das Spiel auf der Xbox One angesehen.


Der erste Teil führte uns in ein Paralleluniversum, in dem der Joker einen schrecklichen Plan in die Tat umsetzte, der Superman dazu brachte Lois Lane und ihren ungeborenen Sohn zu töten. Das ließ den guten Supie komplett durchdrehen und er tötete auch den Joker. Damit nicht genug erklärte er sich selbst zum Herrscher der Erde, um das Verbrechen mit allen erdenklichen Mitteln zu bekämpfen. Einzig Batman konnte etwas dagegen ausrichten und Superman schließlich in einem Hochsicherheitsgefängnis unterbringen. Fünf Jahre später knüpft „Injustice 2“ an die Geschichte an.


Wonder Woman hat in Supergirl eine Verbündete gefunden, um Superman aus seinem Gerfängnis zu befreien. Da taucht Brainiac auf, eine Art organischer Roboter, der sich mit verschiedenen Maschinen, in diesem Fall ein Raumschiff, verbinden kann. Und wie Comic-Kenner wissen, sammelt Brainiac Städte aus dem ganzen Universum, die er zu Miniaturgröße schrumpft und so seiner Sammlung hinzufügt, zu der auch schon Kandor, die Hauptstadt von Supermans Heimatplaneten Krypton, gehört. Und so fallen viele Metropolen der Erden seinen Schrumpfstrahlen zum Opfer und zwischen Superman und Batman kommt es zum Konflikt über die Art, wie mit Brainiac verfahren werden soll.


Im Storymodus wird die filmreife Story in vielen kleinen Filmchen weitererzählt, was die vielen Kämpfe, die es in der Kampagne auszutragen gilt, noch viel interessanter machen. Und hier kann man nahezu alles steuern, was im DC-Universum Rang und Namen hat: Superman, Batman, Wonder Woman, Supergirl, Harley Quinn, Arrow, Green Lantern, Aquaman oder Flash. Und jeder hat seine ganz eigenen Angriffe und Spezialattacken. Hin und wieder hat man für den nächsten Kampf die Wahl zwischen zwei Charakteren. Zum Ende der Kampagne muss man dann entscheiden, ob man den Weg von Superman oder den von Batman zum Abschluss bringen möchte.


Die Steuerung der Kämpfe ist perfekt gelungen und geht exzellent von der Hand, was auch für die vielen verschiedenen Kombos gilt. Sehenswert ist auch die Spezialattacke, die zunächst im Kampf aufgeladen werden muss, und bei jedem Helden einen anderen Effekt auslöst. Als Belohnungen für siegreiche Kämpfe winken Ingame-Gold sowie Loot-Boxen, mit denen sich die Ausrüstung und Kleidung der Charaktere verändern lässt.


Ist die Kampagen abgeschlossen kann man einzelne Kämpfe gegen die KI oder einen anderen Spieler bestreiten oder den Multiverse-Modus ausprobieren. Hier gilt es, sich in verschiedenen Universen durch Türme zu kämpfen, die besondere Belohnungen versprechen.


„Injustice 2“ ist eine Wucht und sicherlich der beste Prügler seit langem. Die Grafik ist eine wahre Augenweide, was nicht nur die spektakulären Kämpfe betrifft, sondern auch die herausragenden Gesichtsanimationen der vielen verschiedenen Figuren. Auch die deutsche Synchronisation braucht sich hinter denen von Blockbuster-Filmen nicht zu verstecken. Dazu kommt eine nahezu perfekte Steuerung und sehr geringe Ladezeiten. Ein großartiges Spiel, das in seinem Genre einfach die Höchstwertung verdient hat.