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von Bert Werner


Beim Publisher Rokapublish denkt man vor allem an die gelungenen Kartenspiele oder das zuletzt veröffentlichte 3D Schach. Aber ein JRPG? Zumal von einem deutschen Entwicklerteam? Der Gründer des Studios Bumblebee, Tassilo Rau, ist ja kein unbekannter und das sich durch seine herausragenden Pixelkünste einen guten Namen erarbeitet. Und an „In Vitra“ hat auch sein elfjähriger Sohn Noah an dem Spiel mitgearbeitet. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. Schon im Alter von vier Jahren begann Noah, sich für Spieleentwicklung zu interessieren und lernte später mit Scratch, einer kostenlosen Programmiersprache für Kinder, erste Animationen zu erstellen. Für „In Vitra“ hat Noah zwei Level selbst entworfen. Sein Alter Ego, und das seines besten Freundes Luca finden sich zudem im Spiel wieder. Rokapublish hat „In Vitra“ für den PC veröffentlicht.


Die Spielwelt Vitra wird von einer mysteriösen Krankheit bedroht. Hilfe bringen soll Noa, der mit drei Begleitern auf die Suche nach dem Ursprung der Krankheit geht und versuchen will, ein Heilmittel zu finden, bevor es zu spät ist. Nachdem die Partie die schöne Landschaft von Vitra durchquert hat, gelangen sie in den dunklen Teil des Landes, wo zahlreiche gefährliche Kreaturen lauern. Nach und nach kommen sie dem Geheimnis um die Krankheit, die die ganze Bevölkerung bedroht, auf die Spur. Und das stellt alles auf den Kopf, was die vier bislang über ihre Heimat zu wissen glaubten.


Soweit zur Story des Spiels, die auch gut zu einer Anime-Serie passen würde. Das gilt auch für die in Top-Down-Optik gehaltene Grafik, mit der das Spiel daherkommt. Wie in Rollenspielen üblich können die Charaktere im Laufe der Geschichte, mit gestiegener Erfahrung, ihre Werte verbessern, Attribute steigern und neue Zauber lernen. Während sich das Spiel normal steuern lässt, wird, wenn es zum Kampf kommt, auf rundenbasiertes Spiel umgeschaltet. Das ist eine gute Lösung, denn so finden auch Anfänger leichter Zugang zum Kampfsystem, und können ganz ohne Hektik die richtige Wahl treffen.


Im Laufe des Spiels steigt der Schwierigkeitsgrad bei den Kämpfen merklich an und wird deutlich fordernder. Mit rund fünfzehn Stunden bietet das Spiel einen ordentlichen Umfang.


Ich muss zugeben, bei einem JRPG aus Deutschland hatte ich so meine bedenken. Aber Bumblebee hatte schon mit „Oh my Gore!“ ein überzeugendes Spiel abgeliefert und so war ich auf „In Vitra“ ziemlich gespannt. Und das Spiel hat mich voll überzeugt. Die putzige Grafik mit hohem Wuselfaktor passt hervorragend zum Spiel, das zudem mit einer filmreifen Story punkten kann. Dazu gesellt sich ein ohrwurmverdächtiger Soundtrack, eine einfache Steuerung und ein gelungenes Kampfsystem. Man mag jetzt vielleicht denken, fünfzehn Stunden Spielzeit sind für ein Vollpreisspiel etwas wenig, aber „In Vitra“ kostet bei Steam gerade mal € 7,99 und bietet somit ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, das auch in unsere Wertung mit eingeflossen ist. Tolles Spiel zu einem Super-Preis.i